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Bekannte und erfolgreiche Kampfsportler
19.02.2012, 20:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 18:42 von Karin.)
Beitrag #1
Bekannte und erfolgreiche Kampfsportler
Vitali Klitschko (ukrainisch Віталій Володимирович Кличко / Witalij Wolodymyrowytsch Klytschko; * 19. Juli 1971 in Belowodskoje bei Frunse, Kirgisische SSR) ist ein ukrainischer Profiboxer, Politiker, ehemaliger Weltmeister der WBO im Schwergewicht, aktueller und zweimaliger Weltmeister nach Version der WBC.


Herkunft / Ausbildung

Vitali Klitschko wurde als Sohn des ukrainischen Offiziers der Sowjetarmee Wladimir Rodionowitsch Klitschko und der ukrainischen Pädagogin Nadeschda Uljanowna Klitschko geboren. Der Vater starb am 13. Juli 2011 in Kiew. Sein jüngerer Bruder ist Wladimir Klitschko. Seit April 1996 ist er verheiratet. Mit seiner Frau Natalia hat er drei Kinder: (* 16. Mai 2000, * 24. November 2002 und * 1. April 2005).

Klitschko schloss ein Sportlehrerstudium an der Pädagogischen Universität „Hryhorij Skoworoda“ in Perejaslaw-Chmelnyzkyj (Ukraine) mit Auszeichnung ab. Im Jahre 2000 erfolgte seine Promotion in Sportwissenschaften. Thema seiner Dissertation war „Sportbegabung und Talentförderung“.


1985 bis 1992: Kickboxen

Erste Erfahrungen im Boxen machte Vitali Klitschko im Alter von dreizehn Jahren auf einem sowjetischen Militärstützpunkt in Hradčany, Tschechoslowakei, wo die Familie Klitschko seit der Versetzung des Vaters lebte. Dort war eine Boxsektion eingerichtet worden, um den Kindern der Soldaten eine Freizeitbeschäftigung bieten zu können. 1985 zog die Familie nach Kiew. Während Klitschko den Boxsport auch weiterhin ausübte, galt seine Aufmerksamkeit nun verstärkt dem Kickboxen, das er unter Andrei Schistow zu trainieren begann. Innerhalb der nächsten drei Jahre gewann er erst die Stadtmeisterschaft, dann die Republikmeisterschaft der Ukraine und anschließend die Spartakiade. Er wurde in die sowjetische Junioren-Nationalmannschaft der Kickboxer aufgenommen. Diese reiste im Frühjahr 1989 auf Einladung nach West Palm Beach, USA, zum Wettkampf gegen die US-amerikanische Jugendnationalmannschaft. Der 17-jährige Klitschko verlor dort seinen Kampf.

Der Antritt des Armeedienstes erzwang vorübergehend eine Unterbrechung seiner sportlichen Karriere. Im ZSKA nahm Klitschko bei Wladimir Solotarew das Training wieder auf. Klitschko betrieb schwerpunktmäßig Kickboxen und parallel dazu Boxen. Als Armeesportler gewann er 1991 die Kickbox-Weltmeisterschaft in Paris. Insgesamt beläuft sich die Zahl seiner Weltmeisterschaftstitel im Kickboxen auf sechs; zwei bei den Amateuren, vier bei den Profis. Während seiner Kickboxkarriere erlitt er den einzigen K.o. seiner sportlichen Laufbahn. Bei den Kickbox-Europameisterschaften 1992 in Warna, Bulgarien traf er im Finale auf den Briten Pele Reid und ging nach einem Tritt ans Kinn in der zweiten Runde zu Boden. Da es bei dieser Leichtkontaktvariante des Kickboxens kein Anzählen gibt, wurde der Kampf vom Ringrichter sofort abgebrochen.


1992 bis 1996: Amateurboxen

Als Amateur war Klitschko auch im Boxen erfolgreich, er siegte in 195 Kämpfen (80 Siege vorzeitig) bei nur 15 Niederlagen. Unter anderem gewann er drei ukrainische Meisterschaften. Mit Punktsiegen über Willi Fischer, René Monse und einem kampflosen Erfolg über Georgi Kandelaki siegte er beim 23. Chemiepokal in Halle. Außerdem gewann er die Militärweltmeisterschaft 1995 in Rom, dabei schlug er im Finale den Russen Alexei Lesin nach Punkten. Bei der Amateurweltmeisterschaft 1995 in Berlin schlug er Attila Levin vorzeitig sowie Monse erneut nach Punkten und belegte den zweiten Platz, da er im Finale Lesin unterlag.

Danach bereitete er sich auf die Olympischen Spiele 1996 von Atlanta vor. Da ihm in einer Dopingprobe jedoch die Einnahme des Steroids Nandrolon nachgewiesen wurde, blieb ihm aufgrund der folgenden einjährigen Sperre die Teilnahme versagt. Sein Bruder wurde für ihn nachnominiert und errang daraufhin die Goldmedaille.

Profiboxer seit 1996

Nach den Olympischen Spielen wechselten die Klitschko-Brüder gemeinsam in das Profilager und schlossen einen Vertrag mit dem deutschen Boxstall Universum Box-Promotion. Sein Debüt im Profiboxen entschied Vitali Klitschko am 16. November 1996 für sich, als er in Hamburg Tony Bradham in der zweiten Runde K.o. schlug.

1998: Europameister im Schwergewicht

Sein erster bedeutender Titelgewinn gelang ihm am 24. Oktober 1998 in seinem 22. Profikampf, als er Mario Schießer im Kampf um die Europameisterschaft vorzeitig besiegte.

1999: Erster Weltmeistertitel der WBO

Nach einer Serie von 24 K.o.-Siegen in Folge gewann Klitschko am 26. Mai 1999 gegen Herbie Hide den Weltmeistertitel der WBO durch K.o. in der zweiten Runde. Klitschko wurde damit der erste Schwergewichtsweltmeister aus der ehemaligen Sowjetunion sowie der erste, der promoviert wurde. Den WBO-Gürtel verteidigte er in zwei Kämpfen erfolgreich.

2000: WBO-Niederlage gegen Chris Byrd

Überraschend verlor er am 1. April 2000 gegen den US-Amerikaner Chris Byrd den WBO-Gürtel. Byrd war nur 1,5 Wochen vor dem Kampf als Ersatzgegner für den ursprünglich vorgesehenen, aber kurzfristig erkrankten Donovan Ruddock verpflichtet worden. Nach der neunten Runde gab Klitschko den Kampf wegen eines Sehnenrisses in der linken Schulter auf. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf allen drei Punktzetteln vorn (zweimal mit 7:2, einmal mit 8:1 Runden); besonders in den USA wurde ihm jedoch mangelnder Kampfgeist vorgeworfen.

Nach der verletzungsbedingten Pause gab Klitschko am 25. November 2000 mit einem Kampf um den vakanten Europameistertitel gegen Timo Hoffmann sein Comeback. Es war der erste Kampf seiner Profikarriere, den Klitschko nach Punkten gewann. In der Folgezeit kämpfte er sich mit mehreren Siegen, unter anderem gegen Orlin Norris, Ross Puritty, Vaughn Bean und Larry Donald an die Spitze der Ranglisten der Boxverbände zurück und stieg dadurch zum Herausforderer des damaligen WBC-Weltmeisters Lennox Lewis auf.

2003: Kampfabbruch gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis

Ursprünglich sollte Klitschko bei einer freiwilligen Titelverteidigung von Lewis gegen den Kanadier Kirk Johnson in einem Vorkampf gegen den ungeschlagenen US-Amerikaner Cedric Boswell boxen. Durch die verletzungsbedingte Absage Johnsons bekam Klitschko allerdings die Chance, selbst gegen Lewis anzutreten. Am 21. Juni 2003 verlor er im Staples Center von Los Angeles gegen Lewis durch technischen K.o. Nach der sechsten Runde wurde der Kampf vom Ringrichter auf Empfehlung des Ringarztes wegen mehrerer stark blutender Platzwunden im Augenbereich Klitschkos abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auf allen drei Punktzetteln der Punktrichter vier der sechs Runden gewonnen.

2004: WBC-Weltmeister durch Sieg über Corrie Sanders

Wegen der unglücklichen Art der Niederlage blieb Klitschko allerdings weiterhin hoch in den Ranglisten platziert. Noch im Dezember desselben Jahres konnte er sich durch einen K.o.-Sieg über Kirk Johnson für einen weiteren Titelkampf der WBC qualifizieren. Nachdem der erwartete und vom WBC-Verband angesetzte Rückkampf gegen Lewis aufgrund des Rücktritts des amtierenden Weltmeisters nicht zustande kam, boxte Klitschko am 24. April 2004 in Los Angeles gegen den Südafrikaner Corrie Sanders, der im März 2003 Klitschkos Bruder Wladimir bei dessen WBO-Titelverteidigung überraschend geschlagen hatte, um den nunmehr vakanten Titel. Er gewann in einem mit hoher Intensität geführten Kampf durch technischen K.o. in der achten Runde. Vitali Klitschko zeigte sich in diesem Kampf, wie bereits im Kampf gegen Lewis, als kompletter Boxer auf der Höhe seines Könnens. Er verdiente sich durch seine spektakuläre Kampfesführung den Respekt der US-amerikanischen Boxszene sowie den Ruf als zu diesem Zeitpunkt bester Schwergewichtsweltmeister.

Ein anschließend angestrebtes prestigeträchtiges Duell mit Mike Tyson ließ sich nicht realisieren, da der gealterte Tyson in der Zwischenzeit überraschend gegen den Briten Danny Williams verlor. Klitschko verteidigte seinen Titel daraufhin am 11. Dezember 2004 gegen Williams durch technischen K.o. in der achten Runde. Es war der vorerst letzte Kampf in der Karriere des Ukrainers, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war.

Zwangspause bis 2008

Nächster Gegner sollte der US-Amerikaner Hasim Rahman sein. Rahman hatte sich 2001 mit einem sensationellen K.o.-Sieg über Lennox Lewis einen Namen gemacht, war im direkten Rückkampf allerdings selbst schwer K.o. gegangen und hatte auch anschließend in einigen anderen Kämpfen seiner weiteren sportlichen Laufbahn enttäuscht. Klitschko musste diese Pflichtverteidigung mehrmals verletzungsbedingt verschieben. Am 30. April war ein Muskelfaserriss der Grund, am 18. Juni und am 23. Juli eine Rücken-OP und kurz vor dem 12. November dann ein Meniskusriss im rechten Knie. Neben dem Meniskusschaden wurde bei ihm zusätzlich noch ein Riss des Kreuzbandes im rechten Knie diagnostiziert. Da durch diese Verletzungen der Kampf erneut abgesagt werden musste, kündigte der WBC an, Klitschko den Titel abzuerkennen, falls er seiner Verpflichtung zur Titelverteidigung nicht innerhalb von sechzig Tagen nachkomme. Daraufhin entschied sich der damals 34-Jährige zum überraschenden Rücktritt. Am 9. November 2005 gab Klitschko offiziell das Ende seiner Profiboxkarriere bekannt. Er wurde daraufhin vom WBC zum so genannten „World Champion Emeritus“ ernannt, ein Status, der es ihm ermöglichte, bei einem Comeback sofort wieder um den WBC-Titel boxen zu dürfen.

Nachdem er ein derartiges Comeback lange ausgeschlossen hatte, wurde am 24. Januar 2007 seine Absicht zur Rückkehr in den Boxring publik. Er legte dem WBC einen Antrag auf einen Kampf gegen den aktuellen Weltmeister des Verbandes Oleg Maskajew vor. Der Kampf war zunächst für Juni 2007 in Moskau geplant, konnte aber nicht realisiert werden, da die Verhandlungen zwischen Klitschko, Maskajew und dessen Pflichtherausforderer Samuel Peter scheiterten und entschieden wurde, dass zunächst Peter gegen Maskajew antreten sollte. Der Gewinner dieses Duells sollte den WBC-Titel danach gegen Klitschko verteidigen. In der Zwischenzeit plante Vitali Klitschko für den 22. September 2007 einen Kampf in München gegen Jameel McCline, musste dieses Duell allerdings aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, den er während der Vorbereitung in Kitzbühel erlitt, zwei Wochen vor dem Kampftermin absagen. Die erneute Trainingsverletzung erforderte eine Notoperation in Innsbruck mit anschließender sechswöchiger Rehabilitation. Er beschloss, danach keinen Aufbaukampf mehr zu bestreiten und gleich gegen den WBC-Weltmeister Samuel Peter anzutreten, der inzwischen Oleg Maskajew entthront hatte.

2008: Comeback und erneute WBC-Weltmeisterschaft

Vitali Klitschko trat am 11. Oktober 2008, drei Jahre und zehn Monate (1400 Tage) nach seinem vorläufigen Rücktritt, in der Berliner O₂ World gegen den Nigerianer Samuel Peter an. Er beherrschte den Kampf deutlich und nutzte dabei den Vorteil seiner wesentlich größeren Reichweite. Nachdem Peter alle acht vorangegangenen Runden klar verloren hatte und im Gesicht bereits schwer gezeichnet war, kam er zur neunten Runde nicht mehr aus seiner Ecke und gab den Kampf auf. Durch den Gewinn des WBC-Titels durch Vitali Klitschko gelang den Klitschko-Brüdern zudem ein boxhistorisches Novum, da erstmals zwei Brüder gleichzeitig Weltmeistertitel im Schwergewicht hielten. Zudem gelang es ihm als erst viertem Boxer nach Muhammad Ali, Evander Holyfield und Lennox Lewis, ein drittes Mal eine Weltmeisterschaft im Schwergewicht zu gewinnen.

Gemäß der Vereinbarung mit dem WBC-Verband, die ihm trotz der langen Inaktivität den Weltmeisterschaftskampf ermöglichte, musste Klitschko den Titel gegen den ehemaligen Cruisergewichtsweltmeister Juan Carlos Gómez verteidigen. Gómez, ein früherer Sparringspartner der Klitschkos, als sie gemeinsam beim Hamburger Universum-Boxstall unter Vertrag standen, erwarb sich das Recht auf den Titelkampf mit einem Sieg über Klitschkos Landsmann Wolodymyr Wirtschis. Im Dezember 2008 wurde zudem von der WBC angeordnet, dass der Gewinner des Kampfes zwischen Klitschko und Gómez seinen Titel innerhalb von 120 Tagen gegen den Ex-Weltmeister Oleg Maskajew verteidigen sollte, wogegen Klitschko allerdings beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) Beschwerde einlegte. Die Pflichtverteidigung gegen den Exilkubaner Gómez fand am 21. März 2009 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt. Klitschko gewann den Kampf durch technischen K.o. in der neunten Runde. Im Juni 2009 wurde von der CAS zugunsten Klitschkos geurteilt, so dass er nicht gegen Maskajew antreten musste und stattdessen seinen nächsten Gegner im Rahmen der Verbandsbestimmungen für eine freiwilligen Titelverteidigung selbst bestimmen konnte. Kurz nach dem Sieg gegen Gómez erklärte der World Boxing Council WBC den zu diesem Zeitpunkt 37-jährigen Ukrainer zum größten Knockouter aller Zeiten. „Die Quote von 36 K.o.s bei 37 Siegen (97,3 Prozent) hat noch nie ein Boxer in der Geschichte des Schwergewichts erreicht.“

Nachdem der ehemalige britische Cruisergewichtsweltmeister David Haye einen Kampf gegen Vitalis Bruder Wladimir Klitschko wegen einer umstrittenen Rückenverletzung abgesagt hatte, einigte man sich kurz darauf auf einen Kampf Vitali Klitschkos gegen Haye. Der Kampf sollte am 12. September 2009 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt stattfinden, aber auch dieser Kampf kam nicht zu stande, da Haye den Kampf wegen Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Vertrages absagte. Klitschkos nächster Gegner wurde stattdessen der in 27 Profikämpfen unbesiegte US-Amerikaner Chris Arreola. Der Kampf fand am 26. September 2009 im Staples Center in Los Angeles statt. Klitschko traf seinen Kontrahenten von Beginn an häufig, nutzte seine Reichweitenvorteile optimal und boxte den ganzen Kampf aus der Rückwärtsbewegung heraus. Arreola gelang es nicht, an Klitschkos starker Führhand vorbeizukommen, und wurde oft ausgekontert. Nach insgesamt 301 Treffern, die Klitschko platzieren konnte, siegte er nach Abbruch durch den Ringrichter in der Pause zur elften Runde vorzeitig.

In seiner dritten Verteidigung des WBC-Titels innerhalb eines Jahres trat Klitschko weniger als drei Monate nach seinen Sieg gegen Arreola am 12. Dezember 2009 in der Berner PostFinance-Arena gegen den US-Amerikaner Kevin Johnson an. Da sein Bruder Wladimir diesen ursprünglich für ihn geplanten Kampftermin (mit dem Sender RTL waren für das Jahr 2009 vier Kampfabende mit Beteiligung der Klitschkos vereinbart worden) wegen einer Schulterverletzung, die eine Operation erforderte, nicht wahrnehmen konnte, übernahm Vitali Klitschko den Termin und bestritt damit erstmals seit 1999 mehr als zwei Kämpfe in einem Kalenderjahr. Den Kampf gegen Johnson, der in der WBC-Rangliste auf Rang sechs platziert und in 23 Profikämpfen ungeschlagen war, gewann Klitschko einstimmig nach Punkten und dadurch erstmals seit 2000 nicht vorzeitig, da der weitgehend passiv und defensiv agierende Johnson durch Pendel- und Meidbewegungen nur wenige klare Treffer zuließ. Nach Ende der zwölf Runden werteten zwei der drei Punktrichter alle Runden zugunsten Vitali Klitschkos, während der dritte Punktrichter dem Herausforderer eine Runde gutschrieb. In diesem Kampf schlug Klitschko insgesamt 1013 mal, davon 749 Jabs, was laut Compubox einen Rekord im Schwergewicht darstellt. Nachdem zu Beginn des Jahres 2010 langwierige Verhandlungen für einen Kampf gegen den ehemaligen WBA-Weltmeister Nikolai Walujew insbesondere an den hohen finanziellen Forderungen von Walujews Co-Promoter Don King scheiterten, wurde als nächster Gegner der in Großbritannien lebende, in Deutschland zuvor eher unbekannte Pole Albert Sosnowski verpflichtet. Sosnowski gewann im Dezember 2009 die Europameisterschaft im Schwergewicht. Das Duell zwischen Klitschko und Sosnowski, zu diesem Zeitpunkt die Nummer elf der WBC-Rangliste, fand am 29. Mai 2010 in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen statt, in der im Jahr zuvor Wladimir Klitschko gegen Ruslan Tschagajew kämpfte und gewann. Klitschko besiegte den Polen durch K.o. in der zehnten Runde.

Anschließend wurde die Verhandlungen mit Haye und Walujew wieder aufgenommen, doch es konnte erneut keine Einigung erzielt werden, so dass schließlich der ehemalige WBO-Weltmeister Shannon Briggs als nächster Gegner verpflichtet wurde. Beim WM-Kampf am 16. Oktober 2010 in der Hamburger O2 World besiegte Klitschko den US-Amerikaner in zwölf Runden einstimmig nach Punkten.

Der kubanische Boxer Odlanier Solís gewann am 17. Dezember 2010 in einem WM-Ausscheidungskampf das Herausforderungsrecht auf einen WBC-Weltmeisterschaftskampf gegen Vitali Klitschko. Dieser WM-Kampf fand am 19. März 2011 in Köln statt. Solís (in 17 Profi-Kämpfen ungeschlagen und Olympiasieger von 2004) verlor den Kampf gegen Klitschko durch Technischen KO in der ersten Runde. Laut Solís waren Risse im vorderen Kreuzband und äußeren Meniskus im rechten Knie für das Ende des Kampfes verantwortlich.

Bereits im Januar 2011 war eine Vorvereinbarung zwischen dem Management der Klitschko-Brüder und dem des Polen Tomasz Adamek für einen möglichen Kampf im September 2011 getroffen worden, zunächst mit Präferenz für Wladimir Klitschko. Da sich Wladimir Klitschko allerdings im März nach langwierigen Verhandlungen zu einem Titelvereinigungskampf gegen den WBA-Titelträger David Haye verpflichtete, sollte Vitali Klitschko stattdessen gegen Adamek antreten. Als Termin und Veranstaltungsort wurden der 10. September 2011 und das für die Europameisterschaft 2012 errichtete Fußballstadion in Breslau ausgewählt. Nach überlegen geführtem Kampf gewann Klitschko durch technischen K.o. in der zehnten Runde.

Für die folgende freiwillige Titelverteidigung am 18. Februar 2012 in München wurde Dereck Chisora verpflichtet. Chisora hätte bereits 2010 bzw. 2011 gegen seinen Bruder Wladimir boxen sollen, dieser Kampf wurde jedoch zweimal verschoben und schließlich gänzlich abgesagt. Im Rahmen des nun stattfindenden Kampfes sorgte Chisora insbesondere außerhalb des Rings für Aufsehen; unter anderem ohrfeigte er Vitali Klitschko beim Wiegen, spuckte Wladimir Klitschko Wasser ins Gesicht und lieferte sich auf der Pressekonferenz nach dem Kampf mit dem ebenfalls anwesenden David Haye eine intensive verbale und physische Auseinandersetzung. Den Kampf selbst gewann Vitali Klitschko trotz einer Schulterverletzung, durch die er ab der fünften Runde seine linke Hand nicht mehr richtig einsetzen konnte, über zwölf Runden letztlich klar nach Punkten.


Boxstil

Der schlagstarke Linksausleger Vitali Klitschko zählt zusammen mit seinem Bruder Wladimir zu den momentan stärksten Boxern im Schwergewicht. Sein Boxstil zeichnet sich durch einen linken Jab, welchen er sehr variantenreich einsetzen kann, und eine starke rechte Schlaghand aus.

Aufgrund seiner Körpergröße von 2,00 m und guten Reflexen kann er es sich erlauben, in einem Kampf nahezu ohne Deckungsarbeit zu agieren. Seine linke Führhand lässt er auf Hüfthöhe hängen, die rechte Schlaghand behält er etwa auf Brusthöhe. Aufgrund seiner tiefen Linken, die er variantenreich als Gerade, Kopf,- oder Aufwärtshaken von unten schlägt, kann er seine starke Führhand platzieren, ohne dass der Gegner diese sieht. Die rechte Hand schlägt er oft als Cross von seiner Schulterhöhe nach unten, aber auch als einfache Gerade oder Seitwärtshaken. Ein wichtiger Aspekt ist auch die psychische Wirkung: Klitschko steht ohne Deckung vor dem Gegner und trifft häufig, ohne selbst getroffen zu werden. Dieser unorthodoxe und für seine Gegner sehr unbequeme Kampfstil ermöglicht es ihm, seine Kontrahenten schnell zu zermürben.

Seine Defensivarbeit besteht lediglich aus kurzen Meidbewegungen mit dem Oberkörper nach hinten, gepaart mit Rollbewegungen der Schulter, um das Kinn zu schützen, sowie einer Beinarbeit, mit der er im Rückwärtsgang zur Seite ausweicht. Anders als sein Bruder ist er nicht immer auf die Distanz zum Gegner angewiesen, sondern kann auch in der Halbdistanz mit schnellen Händen agieren. Mit diesem Stil schaffte es der dreifache Schwergewichtsweltmeister, 40 seiner 43 gewonnenen Kämpfe vorzeitig zu beenden, meistens durch einen Technischen Knockout (Stand: September 2011). Er ist dafür bekannt, in gefährlichen Situationen starke Nerven zu zeigen und gilt als Boxer, der bereit ist, in einem Kampf an seine Grenzen zu gehen. Es werden ihm sehr gute Nehmerfähigkeiten zugesprochen, aber auch eine sehr hohe Verletzungsanfälligkeit.

Daten

Aktive Zeit (Profi): 1996–2005, seit 2008
Trainer: Fritz Sdunek
Manager: Bernd Bönte
Alias: Dr. Eisenfaust
Gewicht (Ø): 110 kg
Größe: 2,00 Meter
Brustkorbumfang: 1,18 Meter
Oberarmumfang: 43,5 cm
Unterarm: 43 cm
Faust: 30 cm

Erfolge als Amateur

  • 195 Siege - 5 Niederlagen

    1995: Vize-Weltmeister im Superschwergewicht (Berlin, Deutschland)
    1995: Militär-Weltmeister im Superschwergewicht (Ariccia, Italien)

Erfolge als Profi

  • 44 Siege - 2 Niederlagen

    26. Juni 1999: WBO-Weltmeister im Schwergewicht (2 Titelverteidigungen)
    24. April 2004: WBC-Weltmeister im Schwergewicht (bisher 10 Titelverteidigungen)

Regionale Titel

  • 2. Mai 1998: WBO Interkontinentaler Meister im Schwergewicht
    24. Oktober 1998: EBU-Europameister im Schwergewicht (2 Titelverteidigungen)
    25. November 2000: EBU-Europameister im Schwergewicht
    27. Januar 2001: WBA Interkontinentaler Meister im Schwergewicht (3 Titelverteidigungen)


Politik

Die Klitschko-Brüder engagierten sich für die Demokratiebewegung (Orange Revolution) in der Ukraine. Am 26. März 2006 trat Vitali Klitschko erstmals bei der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Kiew an und kandidierte für das ukrainische Parlament. Bei der Bürgermeisterwahl erzielte er 29 % der Stimmen und verlor damit gegen Leonid Tschernowezkyj, für den 34 % stimmten. Der Amtsinhaber Olexander Omeltschenko erreichte nur 20 %. Klitschko errang dadurch ein Abgeordnetenmandat für den Stadtrat der ukrainischen Hauptstadt.

Im März 2008 wurden vorzeitige Neuwahlen zum Bürgermeisteramt und dem Stadtparlament angesetzt, bei denen Vitali Klitschko erneut, u. a. gegen den jetzigen Amtsinhaber Tschernowezkyj und Olexandr Turtschynow, antrat. Der Urnengang fand am 25. Mai statt. Wie bereits bei den vorherigen Bürgermeisterwahlen war Klitschko dabei Spitzenkandidat des nach ihm benannten Wahlbündnisses Blok Witalij Klytschko. Bei der Wahl wurde Amtsinhaber Tschernowezkyj bestätigt, Klitschko kam nach Olexandr Turtschynow auf den dritten Platz.

Im April 2010 wurde Vitali Klitschko zum Vorsitzenden der neu gegründeten Partei „Ukrajinskij demokratitschnij aljans sa reformy“ UDAR (Ukrainische demokratische Allianz für Reformen) UDAR (ukr./rus. für Schlag) gewählt.


Sonstiges

Seit 1996 engagieren sich Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir neben dem Sport für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie haben einen Fonds für sozial benachteiligte Kinder gegründet und starteten in Marokko und Brasilien Hilfsprojekte. Sie unterstützen Schulungs- und Bildungsaktivitäten für Kinder in Afrika, Asien und Südamerika. Für ihren Einsatz wurden sie von der UNESCO als „Heroes for Kids“ ausgezeichnet, als Vorbilder für Fairness, sportlichen Erfolg und Bildung.

Zusammen mit seiner Frau Natalia und wie bereits zuvor sein Bruder Wladimir unterstützt er die Felix Burda Stiftung bei einer Kampagne zur Darmkrebsvorsorge unter dem Titel „Wer seinen Partner LIEBT, schickt ihn zur Vorsorge“.

Bei den Dortmunder Schachtagen spielte er am 20. Juli 2002 eine Blitzpartie gegen Schachweltmeister Wladimir Kramnik, die remis endete (Zeitvorgabe 1 [Kramnik] zu 5 Minuten [Klitschko]). Umringt war der Showkampf von einer Menge von Pressefotografen. Vitali Klitschko hätte lieber einen Boxkampf ausgetragen.

Im Disney-Film "Die Kühe sind los" liehen er und sein Bruder Wladimir 2004 den Jungbullen Boris und Noris ihre Stimmen.

Die Klitschko-Brüder betreiben seit Oktober 2007 eine eigene Vermarktungsagentur „Klitschko Management Group GmbH“ (KMG) mit Sitz in Hamburg-Ottensen. Geschäftsführer der Agentur ist der langjährige Klitschko-Manager Bernd Bönte


Film

Vitali Klitschko ist zusammen mit seinem Bruder Wladimir Protagonist eines Kinofilms, Klitschko, der am 16. Juni 2011 im Majestic Filmverleih in die deutschen Kinos kam. Regisseur Sebastian Dehnhardt begleitete in seinem Kinodebüt die Klitschkos über einen Zeitraum von zwei Jahren in Deutschland, in der Ukraine, in USA, in Kasachstan, in Kanada, in Österreich und in der Schweiz. Seine Weltpremiere feierte der Film auf dem Tribeca Film Festival von Schauspieler Robert De Niro.

Hannes Stein schrieb in Die Welt: Klitschko ist Sebastian Dehnhardts erster Film fürs Kino. Und er ist ziemlich großartig. (...) Am besten versteht man, worum es in Klitschko geht, wenn man sich klarmacht, wovon der Film überhaupt nicht und auf gar keinen Fall handelt. Es geht also nicht um die alte Geschichte der Rivalität zwischen zwei Brüdern, die uns seit Kain und Abel beschäftigt. Es geht um das glatte Gegenteil: um die Liebe zwischen zwei Brüdern, die einander ganz buchstäblich raushauen, einander durch Niederlagen und Zusammenbrüche beistehen und durch eine seltsame Mischung von Brüderlichkeit und zähem Beharren zu Weltmeistern werden. (...) Man muss den Boxsport nicht lieben, um diesen Film zu genießen, der beinahe zwei Stunden dauert und doch kurzweilig bleibt. Tatsächlich gibt es schön widerliche Szenen mit blutig aufgeplatzten Brauen und Menschengesichtern, die, von eisenharten Fäusten traktiert, in Zeitlupe zu einer wabernden Masse verkommen. Was einem beim Betrachten solcher Bilder klar wird: Aus amerikanischer Sicht ergibt die Geschichte der Gebrüder Klitschko eigentlich keinen Sinn. In Amerika werden Leute zu Boxern, die keine andere Wahl haben. Was haben Vitali und Wladimir Klitschko in diesem Hau-Drauf-Metier zu suchen, zwei blitzgescheite Burschen, die vier Sprachen sprechen und auch Universitätskarrieren anstreben könnten? Diese Sache, das Boxen, scheint ihnen wohl Spaß zu machen. Und sie betreiben es mehr wie einen Denksport, nicht als dummen Körperkult. Zu den Leitmotiven des Films gehört ein Schachspiel, vor dem Vitali und Wladimir Klitschko mit tiefen Grüblerfalten auf der Stirn hocken. (...) Als der Film jetzt in Manhattan uraufgeführt wurde, sagte Vitali Klitschko in sympathisch ungelenkem Englisch, dieser Film handle gar nicht von ihm und seinem Bruder. Er handle auch nicht vom Boxen. „Dies ist ein Film über das Leben.“ So komisch es klingen mag, das ist die reine Wahrheit.


Auszeichnungen

  • Bambi in der Kategorie Sport (2005, 2009)
  • Laureus World Sports Award in der Kategorie Comeback des Jahres (2009)
  • Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste um die deutsch-ukrainischen Beziehungen (2010)
  • Vitali Klitschko wurde vom Fachmagazin BoxSport zum Boxer des Jahres 2010 gewählt.
  • Steiger Award 2011

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vitali_Klitschko
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19.02.2012, 21:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 18:52 von Karin.)
Beitrag #2
Re: die Klitschko-Brüder
Wladimir Klitschko (ukrainisch Володимир Володимирович Кличко / Wolodymyr Wolodymyrowytsch Klytschko; * 25. März 1976 in Semipalatinsk, Kasachische SSR, heute Semei, Republik Kasachstan) ist ein ukrainischer Boxer und aktueller Weltmeister im Schwergewicht nach Version der IBF, WBO, WBA sowie IBO. Er gilt bei Fachzeitschriften und in den unabhängigen Ranglisten als aktuelle Nummer Eins im Schwergewicht.

Leben

Wladimir Klitschko wurde als Sohn des ukrainischen Offiziers der Sowjetarmee Wladimir Rodionowitsch Klitschko, der am 13. Juli 2011 starb, und der ukrainischen Pädagogin Nadeschda Uljanowna Klitschko in Semipalatinsk geboren. Wie sein älterer Bruder Vitali studierte er Sportwissenschaften und Philosophie an der Pädagogischen Universität Hryhorij Skoworoda in Perejaslaw-Chmelnyzkyj (Ukraine). 2001 erfolgte seine Promotion in Sportwissenschaften. Er war von 1996 bis 1998 mit Alexandra Klitschko verheiratet. Von Januar 2010 bis Mai 2011 war er mit der Schauspielerin Hayden Panettiere liiert.

Ein Hobby von Wladimir Klitschko ist die Zauberkunst. Er zauberte unter anderem bei Wetten, dass..?, TV total und Stars in der Manege.


Amateurkarriere

Wladimir Klitschko begann seine Sportlerkarriere mit 14 Jahren. Als Amateur gewann er 112 Kämpfe bei nur sechs Niederlagen (laut Boxing Digest März 1999, sogar 134-6 mit 65 KOs). 1993 wurde er in Thessaloniki Junioreneuropameister im Schwergewicht. Die Juniorenweltmeisterschaft 1994 in Istanbul beendete er mit dem zweiten Platz, er verlor dort gegen den Kubaner Michel López. Bei seiner Teilnahme an der Amateurweltmeisterschaft 1995 in Berlin scheiterte er aufgrund einer Punktniederlage im Viertelfinale an Luan Krasniqi, konnte ihn aber wenige Monate später im Finale der Militärweltmeisterschaft im italienischen Ariccia besiegen und sich dort die Goldmedaille sichern.

Im Jahre 1996 wurde Wladimir Klitschko Zweiter bei den Europameisterschaften in Vejle; er unterlag im Finale dem Russen Alexei Lesin. Seinen größten Erfolg als Amateur errang er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, als er als erster Weißer die Goldmedaille in der Gewichtsklasse über 91 kg (Superschwergewicht) gewann. Ursprünglich war sein Bruder Vitali in dieser Gewichtsklasse für die Olympischen Spiele nominiert worden, da dieser aber positiv auf ein Steroid getestet und gesperrt worden war, rückte Wladimir Klitschko nach. Auf dem Weg zum Olympiasieg schlug Klitschko den US-Amerikaner Lawrence Clay-Bey, Attila Levin aus Schweden, Alexei Lesin und im Finale Paea Wolfgramm aus Tonga.


Profikarriere

1996 bis 2000: Einstieg in den Profiboxsport


Wladimir und Vitali Klitschko wurden anschließend vom Hamburger Boxstall Universum Box-Promotion des Promoters Klaus-Peter Kohl unter Vertrag genommen. Seinen ersten Profikampf bestritt Klitschko im November 1996. Er erreichte zunächst nicht ganz die Schlaghärte seines Bruders Vitali, galt und gilt dafür jedoch als der schnellere, variablere und technisch vielseitigere Boxer. Im September 1998 gewann er gegen den völlig unbekannten Steve Pannell durch K.o. in der zweiten Runde, ging im Verlauf dieses Kampfes jedoch erstmals in seiner Profikarriere zu Boden; diesbezüglich wurden erstmals seine Nehmerfähigkeiten diskutiert (siehe auch „Glaskinn“).

In den ersten zwei Jahren bestritt er 24 Profikämpfe. Seine erste, überraschende Niederlage erlitt er am 5. Dezember 1998 in Kiew bei seinem ersten und bisher einzigen Profikampf in seinem Heimatland gegen den US-Amerikaner Ross Puritty durch technischen K.o. in der elften Runde. Bis kurz vor Schluss dominierte er Puritty vollkommen, bekam gegen Ende des Kampfes allerdings starke Konditionsprobleme. So wurde er in der zehnten Runde zu Boden geschlagen und wurde dann von seinem Trainer Fritz Sdunek in der elften Runde völlig erschöpft aus dem Kampf genommen. Es war das erste Mal, dass er in einem Kampf mehr als acht Runden im Ring stand.

Im September 1999 gewann er mit einem souveränen TKO-Sieg in der achten Runde über Axel Schulz den Europameistertitel, den er nach nur einer Titelverteidigung wieder niederlegte. Ein aus heutiger Sicht bedeutender Sieg seiner Aufbauphase ist der K.o.-Sieg gegen Monte Barrett, der Anfang 2006 unter den Top-10 im Ring Magazine aufgeführt wurde.

2000 bis 2003: Kämpfe um den WBO-Titel


Klitschko wurde am 14. Oktober 2000 durch einen ungefährdeten Punktsieg über den Rechtsausleger Chris Byrd Weltmeister der WBO. Byrd hatte den Titel wenige Monate zuvor durch die verletzungsbedingte Aufgabe des Titelverteidigers Vitali Klitschko gewonnen und war aufgrund dieses glücklichen Sieges ein Weltmeister mit wenig Ansehen.

In der Folgezeit stieg Klitschkos Popularität insbesondere in Deutschland rapide an. Er verteidigte seinen Titel fünf Mal: durch K.o.-Siege gegen Derrick Jefferson, Charles Shufford, den bekannt guten Nehmer und ehemaligen WBO-Weltmeister Ray Mercer (der allerdings schon 40 Jahre alt war), Jameel McCline und Francois Botha. Er befand sich in der bis dahin besten Phase seiner Karriere und galt als ungekrönter Nachfolger der damaligen Nummer Eins im Schwergewicht, Lennox Lewis. Während dieser Zeit etablierte sich auch Klitschkos Kampfname Dr. Steelhammer.

2003 bis 2004: Klitschko in der Krise


Klitschko trat am 8. März 2003 gegen den Südafrikaner Corrie Sanders an und verlor völlig überraschend durch technischen K.o. in der zweiten Runde. Sanders wurde aufgrund seines Alters von bereits 37 Jahren und einer K.o.-Niederlage gegen Hasim Rahman im Jahre 2000 als eigentlich zweitklassiger Gegner angesehen. Klitschko wurde in der ersten Runde von einem Konter des schlagstarken Rechtsauslegers am Kinn getroffen und ging anschließend vier Mal zu Boden, bevor der Kampf zugunsten Sanders' abgebrochen wurde.

Nach zwei erfolgreichen Aufbaukämpfen durfte Klitschko am 10. April 2004 gegen Lamon Brewster erneut um den mittlerweile vakanten WBO-Titel boxen, den Sanders inzwischen niedergelegt hatte, um gegen Wladimirs Bruder Vitali um die WBC-Krone boxen zu können. Auch diesen Kampf verlor er jedoch, wiederum überraschend, durch technischen K.o. in Runde fünf. Klitschko dominierte den Kampf zu Beginn deutlich. In der vierten Runde gelang ihm zudem ein Niederschlag, der erste in Brewsters Profikarriere. Anschließend musste er jedoch seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Begünstigt durch die abrupt einsetzenden Konditionsprobleme Klitschkos gelangen Brewster in der fünften Runde seinerseits mehrere schwere Wirkungstreffer, die zunächst zu einem Anzählen im Stehen und schließlich zum Kampfabbruch durch den Ringrichter Robert Byrd führten. Nach Angaben Klitschkos sollen körperliche Beschwerden, unter anderem ein erhöhter Blutzuckerwert, hervorgerufen durch die Manipulation seiner Getränke, für den K.o. verantwortlich gewesen sein.[2] Ernsthaft erhärtet wurden diese Behauptungen trotz Ermittlungen des FBIs jedoch nie.

Im Frühjahr 2004 wechselte Wladimir Klitschko den Trainer. Sein neuer Cheftrainer wurde Emanuel Steward. Nach Auslaufen des Vertrages mit Universum Box-Promotion trennten sich Wladimir und Vitali Klitschko zudem von Universum und gründeten ihre eigene Promotionfirma K2 Promotion. Dies führte zu einem fünfjährigen Rechtsstreit mit dem Hamburger Boxstall, der die Auffassung vertrat, dass sich die Vertragsdauer um verletzungsbedingte Ausfallzeiten verlängern würde. Erst 2009 wurde durch den Bundesgerichtshof in diesem Verfahren in letzter Instanz zugunsten der Klitschkos entschieden.
Kampf gegen Chris Byrd in der SAP-Arena Mannheim am 22. April 2006

2004 bis 2007: Neuanfang und IBF-Titel


Den folgenden Kampf gegen DaVarryl Williamson gewann Klitschko aufgrund einer so genannten „technischen Entscheidung“. Nach einem unbeabsichtigten Kopfstoß wurde der Kampf wegen Klitschkos stark blutender Platzwunde abgebrochen und nach Punkten zu seinen Gunsten entschieden. Er ging auch in diesem Kampf wieder zu Boden.

Den ungeschlagenen Kubaner Eliseo Castillo, Bezwinger des Ex-Weltmeisters Michael Moorer, konnte er durch technischen K.o. in der vierten Runde besiegen.

Am 24. September 2005 fand Klitschkos Aufeinandertreffen mit dem bis dahin ungeschlagenen und stark eingeschätzten Samuel Peter als Endausscheidung um einen IBF- oder WBO-Titelkampf in Atlantic City statt. Zusätzlich wurde um den Nordamerikanischen Meistertitel der NABF geboxt. Wladimir Klitschko ging in der fünften Runde zweimal zu Boden, hervorgerufen durch regelwidrige Nackenschläge des Nigerianers, die vom Ringrichter jedoch nicht geahndet wurden. Auch in der zehnten Runde musste Klitschko zu Boden. Anders als in kritischen Situationen in der Vergangenheit fing Klitschko sich gegen Peter aber jedes Mal wieder und wurde, wenngleich unter einem gellenden Pfeifkonzert des Publikums, zum einstimmigen Punktsieger erklärt. Danach war er berechtigt, erneut um einen Weltmeistertitel im Schwergewicht der Verbände IBF oder WBO zu kämpfen.

Sein WM-Kampf gegen Chris Byrd (beim Ring Magazine seinerzeit als längster amtierender Titelträger auf Rang eins geführt) fand am 22. April 2006 in Mannheim statt. Nach einem verhaltenen Beginn in der ersten Runde bestimmte Klitschko zunehmend den Kampf und konnte in der ersten Minute der fünften Runde einen Niederschlag erzielen, der angeschlagene Byrd schaffte es aber noch in die Ringpause. Nach einer wieder etwas „ruhigeren“ sechsten Runde schlug Klitschko Byrd Anfang der siebten Runde erneut nieder. Byrd war zwar relativ schnell wieder auf den Beinen, als Ringrichter Wayne Kelly jedoch die stark blutende Platzwunde an Byrds linkem Auge sah, brach er den Kampf sofort ab. Klitschko wurde somit zum Sieger durch technischen K.o. in der siebten Runde und zum Weltmeister der Verbände IBF und IBO ernannt.

Klitschko rückte dadurch auch in der Rangliste des renommierten Ring Magazine auf die erste Position vor. Am 11. November 2006 verteidigte er seinen Titel in einer freiwilligen Titelverteidigung gegen den ungeschlagenen Calvin Brock, da der zunächst als Gegner anvisierte Shannon Briggs gegen den WBO-Titelträger Sjarhej Ljachowitsch boxte. Auch den Kampf gegen Brock gewann Klitschko durch TKO in der siebten Runde.

Die erste Pflichtverteidigung seines Titels absolvierte er am 10. März 2007 gegen Ray Austin wiederum in der Mannheimer SAP-Arena; er siegte ungefährdet durch TKO in der zweiten Runde. Anschließend trat Klitschko am 7. Juli 2007 in einen Revanchekampf gegen seinen letzten Bezwinger Lamon Brewster an. Die einseitige Begegnung in der Kölnarena endete vorzeitig nach der sechsten Runde, als Brewsters Trainer Buddy McGirt aufgrund der Chancenlosigkeit seines Schützlings den Kampf abbrechen ließ.

Seit 2008: Titelvereinigung

Nach seinem Sieg gegen Ray Austin erklärte Wladimir Klitschko, die Titel aller großen Boxverbände erobern zu wollen. Dazu trat der Ukrainer am 23. Februar 2008 in einem ersten Titelvereinigungskampf gegen den russischen WBO-Weltmeister Sultan Ibragimow an. Das Aufeinandertreffen im Madison Square Garden in New York war die erste Titelvereinigung im Schwergewicht seit 1999, als Lennox Lewis seinen Konkurrenten Evander Holyfield besiegte. Den beiderseits sehr defensiven Kampf gewann Klitschko letztlich deutlich nach Punkten. Höhepunkt waren einige Wirkungstreffer Klitschkos in der neunten Runde, die den Russen ins Ringseil warfen, jedoch nicht zu einem Niederschlag führten. Klitschko hatte den gesamten Kampf in ruhigem, kontrollierten und risikoarmen Stil geboxt, was ihm insbesondere in den USA Kritik einbrachte.

Durch die Eroberung des WBO-Gürtels musste Klitschko zwei Pflichtverteidigungen in Folge bestreiten: Der US-Amerikaner Tony Thompson erwarb das Recht auf einen Titelkampf des WBO-Verbandes bereits im Juli 2007 durch einen Sieg über Luan Krasniqi und bekam somit zunächst den Vorzug vor dem Russen Alexander Powetkin, der im Januar 2008 zum Pflichtherausforderer für den IBF-Titel wurde. Der Rechtsausleger Thompson diente Klitschko in der Vorbereitung auf seinen Kampf gegen Corrie Sanders im Jahre 2003 als Sparringpartner. Klitschko trat am 12. Juli 2008 in der Hamburger Color Line Arena gegen Thompson an und siegte durch K.o. in der elften Runde. Klitschko fiel es dabei lange schwer, gegen den defensiv, häufig hinter geschlossener Doppeldeckung agierenden Thompson klare Treffer zu setzen. Beide Boxer erlitten zum Ende der zweiten Runde nach einem Zusammenstoß der Köpfe Platzwunden an den Augen. In der zweiten Kampfhälfte schien Thompson zunehmend zu ermüden und so gelang Klitschko schließlich in der elften Runde durch einen Treffer mit der rechten Schlaghand der K.o.-Erfolg.

In der Zwischenzeit gelang den Klitschko-Brüdern mit dem Gewinn des WBC-Weltmeistertitels durch Vitali Klitschko im Oktober 2008 ein boxhistorisches Novum: zum ersten Mal in der Geschichte des Profiboxens waren zwei Brüder gleichzeitig Titelträger im Schwergewicht. Wladimir Klitschkos Verteidigung des IBF-Titels gegen den russischen Olympiasieger von 2004, Alexander Powetkin, sollte am 13. Dezember 2008 in der Mannheimer SAP-Arena stattfinden. Powetkin verletzte sich jedoch Ende Oktober am linken Sprunggelenk und sagte daraufhin den Kampf ab.[3] Der Kampftermin wurde dennoch beibehalten und stattdessen der Ex-Weltmeister Hasim Rahman, in der IBF-Weltrangliste auf Rang fünf platziert, als Ersatzgegner verpflichtet. Klitschko gewann den Kampf in Mannheim durch technischen K.o. in der siebten Runde.

Seitdem der britische ehemalige Cruisergewichtsweltmeister David Haye 2008 seinen Aufstieg in das Schwergewicht ankündigt hatte, versuchte er mit zahlreichen Provokationen und despektierlichen Aussagen einen Kampf gegen die Klitschko-Brüder zu forcieren. Unter anderem erschien im Magazin Men’s Health eine Fotomontage, in der Haye den abgetrennten Kopf Wladimir Klitschkos hielt. Nachdem ein zunächst diskutierter Kampf des Briten gegen Vitali Klitschko wegen dessen bevorstehender Pflichtverteidigung gegen Juan Carlos Gómez nicht zustande kam, einigte sich Wladimir Klitschko mit Haye auf ein Aufeinandertreffen in einer freiwilligen Titelverteidigung am 20. Juni 2009 in dem Gelsenkirchener Fußballstadion Veltins-Arena. Zu den folgenden Pressekonferenzen erschien Haye, um den Kampf zu promoten, in einem T-Shirt, welches ihn mit den abgetrennten Köpfen beider Klitschko-Brüder zeigte.

Zweieinhalb Wochen vor dem Kampftermin sagte Haye den Kampf ab. Als Grund gab er eine Rückenverletzung an. Da Klitschko und sein Management den Kampftermin, für den zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 57.000 Karten abgesetzt worden waren, beibehalten wollten, sollte kurzfristig ein hochklassiger Ersatzgegner verpflichtet werden. Da der für den 30. Mai 2009 angesetzte Kampf um die WBA-Weltmeisterschaft zwischen dem Russen Nikolai Walujew und dem Usbeken Ruslan Tschagajew in der Woche zuvor ebenfalls abgesagt worden war, wurde beim Management beider Boxer angefragt. Walujew lehnte wegen der kurzen Vorbereitungszeit ab, der ungeschlagene Tschagajew sagte jedoch zu und trat am 20. Juni 2009 in der mit mehr als 61.000 Zuschauern gefüllten Schalker Arena gegen Klitschko an. Tschagajews WBA-Titel stand in diesem Duell nicht auf dem Spiel, da die WBA wegen der zu diesem Zeitpunkt noch ungeklärten Kontroverse um die Absage des Kampfes gegen Walujew die Zustimmung verweigerte. Weil das Dach des Stadions wegen der Lärmschutzbestimmungen um 22 Uhr geschlossen werden musste, stellte dieser Kampf zudem einen Zuschauerrekord für eine Indoor-Box-Veranstaltung auf. Es war zudem die größte Zuschauerzahl bei einem Boxkampf in Deutschland seit 1939, als Max Schmeling in Stuttgart Adolf Heuser vor 70.000 Zuschauern besiegte. Klitschko dominierte den Kampf und schlug den Usbeken Tschagajew in der zweiten Runde erstmals in dessen Profikarriere zu Boden. Nach vielen schweren Wirkungstreffern in den folgenden Runden entschloss sich Tschagajews Trainer Michael Timm nach der neunten Runde zur Aufgabe des Kampfs.

Der Kampf gegen Tschagajew blieb Klitschkos einziger Kampf im Jahr 2009. In den folgenden neun Monaten bestritt er keinen Kampf, dies war die bis dahin längste inaktive Periode seiner Profilaufbahn. Er einigte sich in der Zwischenzeit mit dem IBF-Verband auf eine weitere Fristverlängerung für seine Pflichtverteidigung gegen Powetkin, die ursprünglich bis zum September 2009 hätte stattfinden sollen, und vereinbarte ein Duell mit dem US-Amerikaner Eddie Chambers, der sich mit einem Sieg gegen Alexander Dimitrenko für einen Titelkampf des WBO-Verbandes qualifiziert hatte. Chambers war 2006 Sparringspartner Klitschkos in seiner Vorbereitung auf den Kampf gegen Calvin Brock. Die Begegnung fand am 20. März 2010 in der Düsseldorfer ESPRIT arena statt und wurde von Wladimir Klitschko durch K.o. mittels eines linken Hakens in den letzten Sekunden der zwölften Runde gewonnen.

Auf Anweisung der IBF sollte sich Klitschko daraufhin mit Powetkin auf einen Termin für die seit langem überfällige Pflichtverteidigung einigen. Eine erneute Ausnahme wäre von der IBF nur zugelassen worden, wenn Klitschko eine weitere Titelvereinigung mit einem Titelträger eines anderen großen Weltverbandes hätte vereinbaren können, da Titelvereinigungen grundsätzlich eine höhere Priorität eingeräumt werden. Die neuen Verhandlungen mit dem WBA-Titelträger Haye scheiterten im Juni 2010 jedoch und auch mit Powetkin war keine Übereinkunft erzielt worden, so dass die IBF den Weltmeisterschaftskampf zwischen Klitschko und Powetkin schließlich zur Versteigerung ausschrieb. Klitschkos K2 Promotion sicherte sich das Veranstaltungsrecht mit einem Gebot von 8,3 Millionen Dollar, Powetkins Promoter Sauerland Event bot 4,3 Millionen Dollar. Da Powetkin daraufhin nicht zur ersten offiziellen Pressekonferenz in Frankfurt am Main zur Ankündigung des für den 11. September 2010 in der Commerzbank-Arena geplanten Kampfes erschien und auch den Kampfvertrag wegen, nach Aussage Sauerlands, benachteiligenden Vertragsklauseln nicht fristgerecht unterschrieb, wurde ihm auf Antrag Klitschkos der Pflichtherausfordererstatus im IBF-Verband aberkannt. Klitschko einigte sich stattdessen mit dem, in der IBF-Rangliste nach Powetkin auf Rang zwei platzierten, Ex-WBC-Weltmeister Samuel Peter auf einen Rückkampf, fünf Jahre nach ihrer ersten Begegnung, die Wladimir Klitschko nach Punkten gewonnen hatte. Diesen Kampf gewann Klitschko durch technischen K.o. in der zehnten Runde.

Als nächster Gegner für eine mögliche freiwillige Titelverteidigung am 11. Dezember 2010 in der Mannheimer SAP-Arena wurde der mit erst 14 Profikämpfen relativ unerfahrene Dereck Chisora ausgewählt. Dieser Termin kam aufgrund einer Bauchmuskelverletzung Klitschkos nicht zustande.[4] Da Klitschko allerdings vertraglich zu dem Kampf gegen Chisora verpflichtet war, wurde zunächst ein Nachholtermin am 30. April 2011 vereinbart, obwohl Klitschko zu diesem Zeitpunkt bereits in neuen konkreten Verhandlungen mit WBA-Titelträger David Haye für einen Vereinigungskampf im Juni oder Juli 2011 stand. Das Aufeinandertreffen mit Chisora wurde dann im März 2011 wegen einer noch nicht ausgeheilten Schulterverletzung Klitschkos endgültig abgesagt. Stattdessen wurde, nach mehreren erfolglosen Versuchen und durch Provokationen Hayes angeheizt (Haye zeigte sich u.a. auf einer Fotomontage auf dem Titelblatt einer englischen Zeitschrift mit dem abgetrennten Kopf von Wladimir Klitschko), die Titelvereinigung gegen Haye für den 2. Juli 2011 in der Hamburger Imtech Arena vereinbart.[5] Den Kampf, der in Deutschland die bisher höchsten Einschaltquoten eines Klitschko-Kampfes erreichte, gewann Klitschko einstimmig nach Punkten, womit er seine Titel mit dem WBA-Gürtel von David Haye vereinigte.


Boxstil


Wladimir Klitschko gilt momentan als einer der besten Techniker im Schwergewicht. Er ist Linksausleger und boxt damit orthodox. Sein Stil ist in erster Linie durch einen starken Jab geprägt, den er als Dublette oder einzeln heraus schlägt. Durch schnelle Beinarbeit versucht er, die Distanz zum Gegner zu wahren, um seine Reichweite ausspielen zu können. Dabei vermeidet es Klitschko mit kleineren Gegnern in den Infight zu geraten, was für einen Boxer mit seiner Armlänge nachteilig wäre. Aufgrund der Körpergröße von 1,98 m ist Klitschko in den meisten Fällen nicht auf schnelle Pendelbewegungen mit dem Oberkörper angewiesen. Diese sind für Boxer wichtig, die unter dem Größendurchschnitt der jeweiligen Gewichtsklasse einzustufen sind, um Schläge zu vermeiden und Reichweitennachteile auszugleichen. Klitschkos Wettkampfstrategie ist in erster Linie darauf ausgelegt, zu zermürben und einen vorzeitigen Sieg erst dann anzustreben, wenn der jeweilige Gegner konditionell überfordert oder durch zahlreiche Führhandtreffer beeinträchtigt ist.

In seiner bisherigen Profikarriere erzielte Klitschko die meisten K.o.-Siege mit dem rechten Cross, der zu den härtesten Schlägen im momentanen Schwergewicht zählt. Unter der Aufsicht von Emanuel Steward ist Klitschko darauf bedacht, seine Körpergröße optimal zu nutzen, was zur Folge hat, dass viele Schläge als Gerade und nicht als Haken geschlagen werden. Im Verhältnis zu anderen Schwergewichten schlägt er wenig über die Außenbahn. Klitschko ist dafür bekannt, bis zum Kampfabend in guter konditioneller Verfassung zu sein. Ferner wird ihm ein gutes Antizipationsvermögen nachgesagt.

Daten und Erfolge

Trainer: Emanuel Steward
Manager: Tom Loeffler, Bernd Bönte
Berater: Shelly Finkel
Alias: Dr. Steelhammer
Gewicht (Ø): 111 kg
Größe: 1,98 Meter
Brustkorbumfang: 1,20 Meter
Oberarm: 46 cm
Unterarm: 43 cm
Faust: 31 cm

Erfolge als Amateur

  • 134 Siege - 6 Niederlagen

    1993: Junioren-Europameister im Schwergewicht (Saloniki, Griechenland)
    1994: Vizeweltmeister der Junioren im Schwergewicht (Istanbul, Türkei)
    1995: Militär-Weltmeister im Schwergewicht (Ariccia, Italien)
    1996: Vize-Europameister im Superschwergewicht (Vejle, Dänemark)
    1996: Olympiasieger im Superschwergewicht (Atlanta, USA)

Erfolge als Profi

  • 56 Siege - 3 Niederlagen

    14. Oktober 2000: WBO-Weltmeister im Schwergewicht (5 Titelverteidigungen)
    22. April 2006: IBF-Weltmeister im Schwergewicht (bisher 10 Titelverteidigungen)
    22. April 2006: IBO-Weltmeister im Schwergewicht (bisher 10 Titelverteidigungen)
    23. Februar 2008: WBO-Weltmeister im Schwergewicht (bisher 6 Titelverteidigungen)
    3. Juli 2011: WBA-Superweltmeister im Schwergewicht

Regionale Titel

  • 14. Februar 1998: WBC Internationaler Meister im Schwergewicht (2 Titelverteidigungen)
    17. Juli 1999: WBA Interkontinentaler Meister im Schwergewicht (3 Titelverteidigungen)
    25. September 1999: EBU-Europameister im Schwergewicht (1 Titelverteidigung)
    18. März 2000: WBC Internationaler Meister im Schwergewicht
    29. April 2000: WBA Interkontinentaler Meister im Schwergewicht
    30. August 2003: WBA Interkontinentaler Meister im Schwergewicht (1 Titelverteidigung)
    24. September 2005: Nordamerikanischer Meister im Schwergewicht der NABF und WBO

Politik


Die Klitschko-Brüder engagierten sich in der Demokratiebewegung „Orange Revolution“ in der Ukraine. 2006 und 2008 trat Wladimirs Bruder Vitali Klitschko erfolglos bei den Bürgermeisterwahlen der Stadt Kiew an und kandidierte auch für das ukrainische Parlament.


Sonstiges

Als Einlaufmusik wählte Wladimir Klitschko das Lied Can't Stop von den Red Hot Chili Peppers. Seit November 2006 kämpft Wladimir Klitschko exklusiv beim TV-Sender RTL.

Das Lied Sonne der deutschen Rockband Rammstein wurde auf Anfrage von Klitschko geschrieben, sollte ursprünglich Der Boxer heißen und als Klitschkos Einmarschlied dienen. Da Klitschko die Endfassung jedoch zu hart war, kam das Lied nicht zum Einsatz.

Seit 1996 engagieren sich Wladimir Klitschko und sein Bruder Vitali neben dem Sport für diverse Wohltätigkeitsprojekte. Sie haben einen Fonds für sozial benachteiligte Kinder gegründet und starteten in Marokko und Brasilien Hilfsprojekte. Sie unterstützen Schulungs- und Bildungsaktivitäten für Kinder in Afrika, Asien und Südamerika. Für ihren Einsatz wurden sie von der UNESCO als „Heroes for Kids“ ausgezeichnet, als Vorbilder für Fairness, sportlichen Erfolg und Bildung.

In der deutschen Synchronisation des Disney-Films Die Kühe sind los liehen er und sein Bruder Vitali 2004 den Rindern Boris und Noris ihre Stimmen. Im Spielfilm Ocean’s Eleven (2001) hatte Klitschko einen Kurzauftritt als Gegner von Lennox Lewis. In den deutschen Produktionen Keinohrhasen (2007) und Zweiohrküken (2009) spielte Wladimir Klitschko sich selbst.

Die Klitschko-Brüder betreiben seit Oktober 2007 eine eigene Vermarktungsagentur „Klitschko Management Group GmbH“ (KMG) mit Sitz in Hamburg-Ottensen. Geschäftsführer der Agentur ist der langjährige Klitschko-Manager Bernd Bönte.

Im 2009 veröffentlichten Musikvideo zum Lied Part of Me des US-amerikanischen Sängers Chris Cornell trat Wladimir Klitschko als tanzender Cowboy auf.

Film

Wladimir Klitschko ist zusammen mit seinem Bruder Vitali Protagonist eines Kinofilms, Klitschko, der am 16. Juni 2011 im Majestic Filmverleih in die deutschen Kinos kam. Regisseur Sebastian Dehnhardt begleitete in seinem Kinodebüt die Klitschkos über einen Zeitraum von zwei Jahren in Deutschland, in der Ukraine, in USA, in Kasachstan, in Kanada, in Österreich und in der Schweiz. Seine Weltpremiere feierte der Film auf dem Tribeca Film Festival von Schauspieler Robert De Niro.

Hannes Stein schrieb in Die Welt: Es geht um (...) die Liebe zwischen zwei Brüdern, die einander ganz buchstäblich raushauen, einander durch Niederlagen und Zusammenbrüche beistehen und durch eine seltsame Mischung von Brüderlichkeit und zähem Beharren zu Weltmeistern werden.

Auszeichnungen


  • Bambi in der Kategorie Sport (2005, 2009)
  • Steiger Award 2011

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Klitschko

Liebe Grüße,
Karin

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21.02.2012, 20:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 18:55 von Karin.)
Beitrag #3
Bekannte und erfolgreiche Kampfsportler
Henry Maske (* 6. Januar 1964 in Treuenbrietzen) ist ein ehemaliger deutscher Boxer, der in den 1980er Jahren als Amateur große Erfolge feierte und anschließend Weltmeister bei den Profis war. Aufgrund seines kultivierten Auftretens in der Öffentlichkeit sowie wegen seines Boxstils[1] bekam er den Spitznamen „Gentleman“ und gelangte deutschlandweit zu großer Popularität. Maske gilt als einer der Mitbegründer des sogenannten Box-Booms, der Anfang der 1990er Jahre diesen Sport erfasste.


AMATEUR


Rechtsausleger Henry Maske begann seine Karriere in Jüterbog, wo er als Siebenjähriger sein erstes Boxtraining absolvierte. Den Grundstein für seine späteren Erfolge legte er als Amateurboxer in der DDR. Zwischen 1972 und 1978 wurde er von Hans Hörnlein bei der BSG Motor Ludwigsfelde trainiert. Später trainierte Maske beim ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) unter der Leitung Manfred Wolkes. Zuletzt war Maske Oberleutnant der Nationalen Volksarmee der DDR.

Bei seinen ersten Weltmeisterschaften 1986 in Reno (USA) errang Henry Maske die Silbermedaille. Er musste sich nur im Finale dem US-Amerikaner Darin Allen beugen, wobei nicht wenige Beobachter von einem durch Heimvorteil beeinflussten Urteil sprachen. 1988 wurde Henry Maske Olympiasieger im Mittelgewicht und schlug dabei im Finale seinen späteren Gegner bei den Profis, den Kanadier Egerton Marcus. Da die Kubaner aus Solidarität mit Nordkorea die Olympischen Spiele in Seoul boykottierten, kam es bei diesem Turnier nicht zum Aufeinandertreffen zwischen Henry Maske und seinem damaligen Angstgegner Ángel Espinosa, gegen den er in drei Vergleichen, unter anderem im Weltcup-Finale 1987 und im Finale des Chemiepokals 1988, jedes Mal den Kürzeren gezogen hatte.

Doch bei den Weltmeisterschaften in Moskau ein Jahr später wurde auch diese Hürde genommen. Henry Maske, mittlerweile in das Halbschwergewicht aufgestiegen, besiegte im Finale überlegen den großen Favoriten und Titelverteidiger Pablo Romero aus Kuba und verhinderte damit einen Titel-Hattrick des Kubaners. Bis zu seinem Wechsel ins Profilager im März 1990 galt Henry Maske als das Maß aller Dinge im Halbschwergewicht. Seine Bilanz: 163 Siege in 181 Kämpfen.

Erfolge als Amateur

  • Nationale Meisterschaften: DDR-Meister 1981 (Junioren), 1983, 1985–1988 (Senioren)
  • Europameisterschaften: Dritter Platz 1983, Europameister 1985, 1987 und 1989
  • Weltmeisterschaften: Zweiter Platz 1986, Weltmeister 1989
  • Weltcup: Sieger 1985, Zweiter 1987
  • Olympische Spiele: Olympiasieger 1988


PROFIKARRIERE

Ab 1990 kämpfte Maske als Profi im Halbschwergewicht. Seinen ersten Profikampf bestritt er am 9. Mai 1990 in London. Er schlug in Aufbaukämpfen einige bekannte, aber nicht unbedingt gute Gegner wie den Ex-Europameister Tom Collins, Ex-WBA-Titelträger Leslie Stewart, der sechs seiner letzten neun Kämpfe verloren hatte, WBA-Herausforderer Mike Peak und Yawe Davis.

Am 20. März 1993 wurde er durch einen einstimmigen Punktsieg gegen den US-Amerikaner „Prince” Charles Williams IBF-Weltmeister. Williams war in allen unabhängigen Fachzeitschriften wie dem Ring Magazine die Nummer eins, hatte den Titel mehr als fünf Jahre gehalten, allerdings außer Bobby Czyz auch niemanden von Rang und Namen geschlagen.

Bis Ende 1996 verteidigte Maske seinen Titel zehnmal, darunter gegen die drei ungeschlagenen Pflichtherausforderer Ernesto Magdaleno, Duran Williams und Egerton Marcus sowie gegen Graciano Rocchigiani. Gegen Letzteren, der zuvor zwei Titelkämpfe in der kleineren Gewichtsklasse Supermittelgewicht nicht hatte gewinnen können, bekam Maske beim ersten Aufeinandertreffen im Mai 1995 ungewohnt schwere Probleme, als er sich völlig untypisch durch seine Emotionen zu einem Schlagabtausch hinreißen ließ. Am Ende des Kampfes war Henry Maske schwer angeschlagen. Nur durch einen umstrittenen Punktsieg behielt er seine weiße Weste. Ein halbes Jahr später traten beide Boxer zu dem von vielen gespannt erwarteten Rückkampf an. Hier stellte Maske die alte Rangordnung wieder her, indem er gegen Rocchigiani einstimmig nach Punkten siegte.

Ein weiterer Gegner Maskes, Iran Barkley, hatte in den USA vor allem nach zwei Siegen gegen die Legende Thomas Hearns und Titelgewinnen in drei Gewichtsklassen einen guten Namen, war aber nach seinen schweren vorzeitigen Niederlagen gegen James Toney und Adolpho Washington nicht mehr der Alte, hatte Augenprobleme und wurde in keiner unabhängigen Rangliste mehr unter den Besten geführt, als Maske ihn als Herausforderer akzeptierte. Der Kampf wurde schließlich wegen allzu deutlicher Überlegenheit des Weltmeisters vorzeitig gestoppt.

Maske war als Profiboxer in Deutschland sehr beliebt, nicht zuletzt durch seine besonnene Art inner- und außerhalb des Boxringes. Er reagierte in der Regel auf Verbalattacken seiner Gegner im Vorfeld des Kampfes mit dem Satz, er werde die Antwort im Ring geben. Henry Maskes Kampfstil spiegelte die sogenannte „Frankfurter Schule“ wider, als dessen Begründer der Maske-Trainer und Olympiasieger von 1968 Manfred Wolke gilt. Dieser Kampfstil ist sehr defensiv geprägt nach dem Motto: „Es gewinnt nicht derjenige, der die meisten Treffer landet, sondern derjenige, der die wenigsten Treffer abbekommt.“ Maskes Erfolgsrezept bestand in der Regel darin, seinen Gegnern die Möglichkeit zu verwehren, sich im offenen Schlagabtausch beweisen zu können. Dagegen mussten diese, bedingt durch Maskes unorthodoxen Boxstil, oft völlig überraschend einzelne deutliche Treffer einstecken, lagen zur Hälfte des Kampfes dann oft nach Punkten zurück und suchten deshalb meist verstärkt den Angriff, was einem klassischen Konterboxer wie Maske entgegenkam. Diese „Marschroute“ bescherte Henry Maske den Ruf eines abgeklärten Ringstrategen, der Boxen völlig rational betrieb. Aufgrund der phasenweise recht deutlichen Überlegenheit mehrten sich mit der Zeit kritische Stimmen, die die Klasse einiger Gegner in Frage stellten. Freiwillig verteidigte Maske seinen Titel nur zweimal gegen Weltklassegegner, nämlich im Rückkampf gegen Rocchigiani, der vor dem ersten Kampf zwar nicht als Top 10 angesehen, wegen seiner guten Leistung aber trotz Niederlage hochgestuft wurde, und im verlorenen Vereinigungskampf gegen Virgil Hill.

Kritisiert wurde Henry Maske dafür, dass er gegen viele potentielle Gegner nicht antrat. Auch Dariusz Michalczewski, bei dem die Qualität seiner Gegner ebenfalls häufig bemängelt wurde, stellte er sich trotz mehrmaliger Kontaktversuche nicht. In den USA hielt sich die Popularität von Henry Maske in Grenzen, da seine rationale Art zu boxen für eine großangelegte TV-Vermarktung nicht spektakulär genug war. Außerdem wurde ihm dort nachgesagt, eher gegen schwächere Gegner anzutreten. Seine defensive Kampfesweise wurde oft als Feigheit ausgelegt.

Henry Maske verlor seinen Titel des Verbandes IBF gegen WBA-Titelträger Virgil Hill am 23. November 1996 in einem schwer bewertbaren, unsauberen Kampf nach Punkten. Maske vermutete nach dem Kampf Schiebung seitens der US-Amerikaner: Seine Ankündigung, nach dem Kampf endgültig seine Karriere beenden zu wollen, hätte die Punktrichter dazu veranlasst, den Sieg in diesem ziemlich ausgeglichenen Gefecht letztendlich Hill zuzusprechen.

Henry Maskes Persönlichkeit, Kampfweise und nicht zuletzt der Medienrummel und die Inszenierungen des Senders RTL machten den Boxsport zum deutschen Top-Ereignis und ihn zu einer der Leitfiguren des wiedervereinigten Deutschlands. Bis zu 18 Millionen TV-Zuschauer verfolgten seine WM-Kämpfe vor den Bildschirmen. Die Musiktitel „Conquest of Paradise“ und „Time to Say Goodbye“ verkauften sich insgesamt fast fünf Millionen mal, wobei „Time to Say Goodbye“ Maske gewidmet wurde, als dieser zu seinem letzten Kampf antrat. Bemerkenswert ist, dass beide Lieder sowohl in Deutschland als auch weltweit zunächst keinen nennenswerten Erfolg hatten. Nachdem sie jedoch zu Maskes Kämpfen gespielt wurden, brachen beide Single-Versionen die bestehenden deutschen Verkaufsrekorde.

Comeback

Ende Januar 2006 gelang Maskes letztem Gegner Virgil Hill nach einem Wechsel ins Cruisergewicht überraschend ein Comeback. Der 43-Jährige besiegte in Atlantic City den Russen Waleri Brudow über zwölf Runden einstimmig nach Punkten und gewann damit den vakanten „Weltmeistertitel“ der WBA. Dieser Titel ist aber nur untergeordnet; der reguläre WBA-Weltmeister war zu diesem Zeitpunkt weiterhin der WBA-Superweltmeister Jean-Marc Mormeck, gegen den Hill bereits zwei Niederlagen einstecken musste. Der neuerliche Sieg seines einstigen Bezwingers wiederum veranlasste Henry Maske dazu, im Juli 2006 in einem Interview sein Comeback für einen einzigen Revanchekampf gegen Hill anzukündigen. Die geplante Rückkehr in den Ring stieß jedoch sowohl bei Box-Experten als auch bei der Allgemeinheit überwiegend auf Unverständnis. Aufgrund der zehnjährigen fehlenden Kampfpraxis sowie seines für einen Leistungssportler hohen Alters von 42 Jahren bezweifelten viele, dass Henry Maske, selbst durch eine gezielte Vorbereitung, in der Lage sein würde, einem erfahrenen Gegner wie Hill in einem Gefecht ernsthaft Paroli bieten zu können. In der Tat bleiben beim Boxen Comebackversuche, auch nach kürzerer Ringabstinenz als bei Maske, häufig erfolglos. Obwohl Maske wiederholt beteuerte, dass die sportliche Wiedergutmachung seiner einzigen Niederlage den Ausschlag für seine Comebackpläne gab, wurde die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens immer wieder in Frage gestellt. Die Vorwürfe, mit denen sich Maske konfrontiert sah, unterstellten ihm neben dem Bedürfnis nach öffentlicher Aufmerksamkeit vor allem finanzielle Interessen als Hauptbeweggrund für seine Rückkehr. Daher gab es vereinzelt Befürchtungen, dass bei einem erfolglosen Comeback Maskes Renommee in der Öffentlichkeit irreparablen Schaden nehmen könnte.

Ende August 2006 gab Henry Maske bekannt, dass er sich in New York bei Teddy Atlas, ehemals Trainer von Mike Tyson und Michael Moorer, auf seinen Kampf gegen Hill vorbereiten wolle. Maskes früherer Trainer Manfred Wolke hatte ebenfalls seine Dienste angeboten, erhielt aber von seinem Promoter Wilfried Sauerland keine Freigabe. In Anbetracht des gescheiterten Comebackversuchs von Axel Schulz im November 2006 änderte Sauerland jedoch seine Meinung. Am 18. Dezember teilte Henry Maske mit, dass er sich von Teddy Atlas trennen und wieder bei Wolke trainieren werde. Während seiner Wettkampfvorbereitung absolvierte Henry Maske unter Ausschluss der Öffentlichkeit mehrere Kämpfe gegen aktive Profiboxer. Diese Vergleiche wurden unter Wettkampfbedingungen, das heißt mit Ring- und Punktrichtern, durchgeführt.

Am 31. März 2007 fand in der Olympiahalle München der Kampf gegen Virgil Hill statt. Für den Kampf wurde von beiden Seiten mit 86 kg ein Gewichtslimit vereinbart, welches die zum Zeitpunkt des Hinkampfes 1996 geltende Obergrenze des Cruisergewichts darstellte. Virgil Hill, der seit dem Jahr 2003 im modifizierten Cruisergewicht bis 91 kg gekämpft hatte, musste Gewicht verlieren. Entgegen der im Vorfeld vorherrschenden Meinung - laut einer Forsa-Umfrage glaubten nur 25 Prozent der Zuschauer an einen Sieg des Deutschen - gelang Henry Maske unter Berücksichtigung der Umstände ein beeindruckendes Comeback. In der Anfangsphase sahen die Zuschauer einen relativ ausgeglichenen Kampf. Maske, dem man zumindest äußerlich seine jahrelange Pause nicht anmerkte, gelang es bei fortschreitender Kampfdauer zunehmend, sich gegenüber seinem Gegner leichte Vorteile zu erarbeiten. Als Konsequenz führte Maske bereits zur Mitte des Kampfes relativ deutlich bei allen drei Punktrichtern. In der achten Runde prallten beide Gegner mit den Köpfen zusammen, wobei sich Hill eine Verletzung zuzog. Maske blieb unverletzt und bekam daher regelkonform einen Punktabzug. Trotzdem gewann er den Kampf über zwölf Runden einstimmig nach Punkten (117:110, 116:113, 117:110) und konnte sich damit für seine Niederlage vor über zehn Jahren revanchieren. Insgesamt feierte Henry Maske seinen 31. Sieg im 32. Profikampf. 3748 Tage nach seinem ersten Rücktritt gelang es Maske außerdem, nach einer der längsten Pausen im Boxsport mit einem Sieg zurückzukehren. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärte Maske seinen endgültigen Abschied vom Profiboxen. Durchschnittlich 15,99 Millionen Zuschauer verfolgten den Auftritt des Deutschen im Fernsehen bei RTL.

Nach Medienberichten erhielt Hill eine Kampfbörse von etwa 1,2 Millionen Euro, Maske rund 1,5 Millionen Euro.

Liste seiner Profikämpfe: http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Maske....C3.A4mpfe

EHRUNGEN

Henry Maske wurde von deutschen Sportjournalisten zum „Sportler des Jahres 1993“ gewählt. Durch die Leser der Zeitschrift BoxSport wurde er zum „Boxer des Jahres 1995 und 1996“ gewählt und erhielt in den Jahren 1995 und 1996 den „Goldenen Löwen“. 1995 und 2007 erhielt er zudem jeweils einen Bambi. 1997 folgte die Goldene Kamera. 2001 wurde Maske vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2008 wurde Maske vom Deutschen Krawatteninstitut (Krefeld), dem Deutschen Institut für Herrenmode und der koelnmesse zum Krawattenmann des Jahres gewählt.

NACH DER AKTIVEN KARRIERE

Unter dem Motto „Faire Chancen für junge Menschen“ gründete Maske im Juni 1999 den „Henry Maske Fonds“, der sich für benachteiligte Jugendliche unter anderem durch die Einrichtung von Sportanlagen, Internetcafés und Werkstätten engagiert. Unterstützt wird Maske bei diesen Projekten von Prominenten wie dem US-Schauspieler Denzel Washington, der die Preview-Einnahmen seines Films Hurricane in den Fonds einfließen ließ, und der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, die mit Maske im November 1999 in Berlin das erste „Henry Maske Festival“ eröffnete. Außerdem betreibt er als Franchisenehmer mittlerweile zehn McDonalds-Filialen in Leverkusen, Bergisch Gladbach und Köln. Zudem hält Maske Vorträge zum Thema Mitarbeiterführung und Eigenmotivation.

Mitte September 2008 wurde bekannt, dass Maske als Hauptdarsteller in einer Filmbiografie über Max Schmeling (1905–2005) unter der Regie von Uwe Boll mitwirken würde. Maske, der zuvor bereits Statistenrollen in den Fernsehproduktionen Dann kamst du (2003) und Hammer & Hart (2006) bekleidet hatte, nahm für die Rolle des deutschen Schwergewichtsweltmeisters (1930 bis 1932) mehrere Monate Schauspielunterricht. Die Kritiken für den Film, aber auch für die schauspielerische Leistung Maskes fielen jedoch vernichtend aus. Maske wirke hölzern, wie ein Fremdkörper, teilweise unfreiwillig komisch und habe seinem Idol Schmeling letztlich einen Bärendienst erwiesen. Lediglich für die Aufnahmen im Ring, für die Boxprofis wie Yoan Pablo Hernández und Arthur Abraham gewonnen werden konnten, erhielt Maske einiges Lob

FAMILIE

Maske hat einen Sohn, Steven, mit seiner ersten Frau, Anke. Er wohnt heute mit seiner zweiten Frau Manuela und den Töchtern Lina und Sara in Overath bei Köln.

DATEN

Geburtsname: Henry Maske
Kampfname: Der Gentleman
Gewichtsklasse: Halbschwergewicht
Nationalität: Deutsch
Geburtstag: 6. Januar 1964
Geburtsort: Treuenbrietzen
Stil: Rechtsauslage
Größe: 1,90 m

Kampfstatistik
  • 32 Kämpfe
    31 Siege
    11 K.-o.-Siege
    1 Niederlagen

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Maske

Liebe Grüße,
Karin

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25.02.2012, 11:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 18:56 von Karin.)
Beitrag #4
bekannte/erfolgreiche Kampfsportler
Ewald Roth (* 5. Februar 1960 in Schwanenstadt) ist österreichischer Karate-Bundestrainer, sowie oberösterreichischer Karate-Landestrainer.


Biografie

Ewald Roth begann im Jahr 1971 in Schwanenstadt mit dem Karatetraining. Mit 18 Jahren errang er 1978 die Silbermedaille bei den Österreichischen Meisterschaften der Junioren in Vorarlberg. Später wurde er insgesamt 12 Mal Österreichischer Staatsmeister. Nach dem Aufbau zahlreicher Vereine in Oberösterreich übernahm er 1984 auch im Verein Schwanenstadt die leitende Funktion und holte dank seiner internationalen Kontakte renommierte Trainer nach Schwanenstadt. Er zog sich Ende 2000 aus dem aktiven Wettkampfgeschehen zurück. Zuvor hatte er noch mit seinen Teamkollegen Stefan Mayr und Konstantin Jordanidis 1999 in Moskau den Weltmeistertitel und im selben Jahr in Cadiz den Europameistertitel errungen, den er im Jahr 2000 in Luzern erfolgreich verteidigte. Bereits während seiner Karriere als Wettkämpfer und insbesondere nach seinem Karriereende führte er als Vereins-, Landes- und Bundestrainer zahlreiche österreichische Sportler zu großen internationalen Erfolgen. Überdies sorgte er als Trainer im Linzer BORG für Leistungssportler auch für hochqualifizierten Nachwuchs im österreichischen Karatesport. Zuden von ihm betreuten Sportlern zählen unter anderem Simon Klausberger, Roland Breiteneder, Ursula Inzinger, Yasemin Güngör, Doris Gwinner, Georg Wegscheider, Stefan Mayr und Thomas Kaserer. Mit der Eröffnung des Budokan Wels, einem österreichweit einzigartigen Zentrum für fernöstliche Kampfkünste, gelang es ihm im Mai 2006 einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des österreichischen Karatesports zu setzen. Als Initiator des Welser Budokans trainiert er in seinem Heimatort hoffnungsvolle Nachwuchstalente, wie z. B. Thomas Kaserer.

Erfolge

  • 7. Platz bei der Europameisterschaft aller Stilrichtungen 1993 (EKU) in Prag
    10. Platz bei der Weltmeisterschaft aller Stilrichtungen 1994 (WKF) in Malaysia
    1. Platz und damit Goldmedaille im Kata-Teamwettbewerb bei der Shotokan-Weltmeisterschaft (WSKA) 1999 in Moskau

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_Roth


Interview von Mag. Ewald Roth

Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Wichtig für meine primäre berufliche Karriere war mein Studium der Publizistik und Politikwissenschaften und anschließend das Wirtschaftspädagogikstudium in Linz, das ich im Jahr 1984 abschloß. Seit damals bin ich als Lehrer an der HTL für Lebensmitteltechnologie für die Gegenstände Rechnungswesen, Wirtschaftliche Bildung, Rechtskunde und Staatsbürgerkunde, Mitarbeiterführung, Marketing, EDV und Leibesübungen tätig. Seit 1984 habe ich zudem die Position des Direktor-Stellvertreters inne. Nebenbei arbeite ich als Netzwerkadministrator und Journalist und halte Vorträge am WIFI in Linz. Weiters unterrichtete ich an der Johannes-Kepler-Universität in Linz und an der Bundesanstalt für Leibeserziehung. Was meine sportliche Karriere betrifft, so fing ich im Jahr 1971 mit dem Karatetraining an. In der Zwischenzeit bin ich Träger des siebenten Dan und staatlich geprüfter Diplomtrainer. Im Jahr 1972 bestritt ich meinen ersten Wettkampf, 1999 gewann ich Gold bei der Shotokan-Karate Weltmeisterschaft in Moskau und bei der Europameisterschaft in Cadiz, im Jahr 2000 nochmals Gold bei der Shotokan-EM in Luzern. Im Jahr 1990 lernte ich meine heutige Lebensgefährtin Ursula Inzinger kennen, die als Karate-Schülerin zu mir kam und die ich als Trainer zu inzwischen drei Weltmeister- und fünf Europameistertiteln geführt habe. Durch ihr Verständnis und die gemeinsame Begeisterung für Karate hatte ich die Möglichkeit, mich voll und ganz dem Training zu widmen und feierte daraufhin meine größten Erfolge. Ich bin seit 1995 mit einer Unterbrechung von 1998 bis 2001 als Bundestrainer des Österreichischen Karatebundes tätig, außerdem als Landestrainer für Karate an der Landessportdirektion Oberösterreich und am BORG für Leistungssportler in Linz. Weiters bin ich seit vielen Jahren Vizepräsident des O.Ö. Karate-Landesverbandes und Sportunion-Landesfachwart. Im Jahr Herbst 2004 wird, finanziert durch das Land Oberösterreich und die Stadt Wels, das von mir initiierte internationale Zentrum für fernöstliche Kampfkünste „Budokan Wels“ errichtet, für dessen Management ich in der Folge zuständig sein werde.

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Die objektive Definition des Begriffes Erfolg ist das Erreichen von Zielen, die in der Gesellschaft angesehen sind; er liegt darin, daß man in einem dieser Bereiche zu den Besten gehört. Die wichtigere Definition ist aber die subjektive, die Erfolg dann als gegeben sieht, wenn man die Ziele, die man sich selbst gesetzt hat, erreicht.

Sehen Sie sich als erfolgreich?

Im Sinne aller beiden Definitionen sehe ich mich als erfolgreich. Ich konnte in jedem Bereich, in dem ich mich betätigte, große Erfolge erzielen.

Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich halte den folgenden Ausspruch für zutreffend; Erfolg besteht aus zehn Prozent Inspiration und 90 Prozent Transpiration. Man muß seine Trägheit überwinden, sich in Selbstdisziplin üben und beharrlich sein. Und man braucht eine Vision - in meinem Fall war das besonders auf sportlichem Gebiet die etwas vage Vision, an meine Grenzen gehen und das Maximum aus mir herausholen zu wollen.

Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Deutschlehrer im Gymnasium, Herr Prof. Pachler, hat mir viel beigebracht, indem er mich ständig überforderte, was eine große Motivation für mich war. Einer meiner Professoren auf der Universität, Herr Prof. Böhnisch, hatte ebenfalls eine große Vorbildwirkung auf mich, weil er eine herausragende Persönlichkeit ist. Er verlangte viel von seinen Schülern und brachte uns so dazu, Höchstleistungen zu erbringen. Einer meiner Karatelehrer, Herr Dario Marchini, siebenfacher Weltmeister und einer der erfolgreichsten Karatesportler der letzten Jahrzehnte, brachte mir auf sportlichem Gebiet viel bei und ist mittlerweile einer meiner besten Freunde.

Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?

In der Schule wird zu wenig Augenmerk auf die Elitenförderung gelegt. Auf dem Sportsektor stellt das Hauptproblem die Tatsache dar, daß die Funktionäre oft eine Negativauslese darstellen. Sie werden Funktionäre, weil sie auf anderen Gebieten innerhalb oder außerhalb des Sports nicht erfolgreich waren und ihr mangelndes Selbstwertgefühl nun auf Kosten der Sportler kompensieren möchten.

Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?

Die Menschen, die mich weniger gut kennen, werden mich vielleicht als arrogant und unnahbar bezeichnen. Meine Bekannten und Freunde aber sehen, daß ich oft hart zu mir selbst und zu anderen sein kann, aber im Grunde genommen ein weiches Herz habe und hilfsbereit bin. Besonders auffällig ist an meinem Wesen ist bestimmt meine extreme Disziplin.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?

Ich trenne diese beiden Bereiche nicht, was bestimmt auch eines meiner Erfolgsgeheimnisse ist. Im Idealfall sollte der Beruf so viel Spaß machen, daß man diese Tätigkeit von einer Freizeitbeschäftigung nicht mehr unterscheiden kann. Bei mir ist diese Situation zum Teil erreicht, so sind meine Kollegen und meine Schüler häufig auch meine besten Freunde.

Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?

Seid anspruchsvoll euch selbst gegenüber!

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich habe keine Ziele für mich selbst ausformuliert, sondern versuche, bei allem, was ich tue, herausragend zu sein. Ich denke, daß es das ist, was erfolgreiche Menschen auszeichnet: Sie möchten in allem die besten sein. So möchte ich auch weiterhin maximalen Einsatz bringen.

Ihr Lebensmotto?

Es ist nicht der Kritiker, der zählt, nicht der, der aufzeigt, wie der starke Mann gestolpert ist oder wo der, der Taten gesetzt hat, sie hätte besser machen können. Die Anerkennung gehört dem Mann, der wirklich in der Arena ist; dessen Gesicht verschmiert ist von Staub und Schweiß und Blut; der sich tapfer bemüht; der irrt und wieder und wieder scheitert; der die große Begeisterung kennt, die große Hingabe, und sich an einer würdigen Sache verausgabt; der, im besten Fall, am Ende den Triumph der großen Leistung erfährt; und der, im schlechtesten Fall, wenn er scheitert, zumindest scheitert in einem großartigen Versuch, auf daß sein Platz nie sein soll bei jenen kalten und ängstlichen Seelen, die weder Sieg noch Niederlage kennen. (Theodore Roosevelt in der Übersetzung von Mag. Ewald Roth)

Quelle: http://www.club-carriere.com/phpscripts/..._ID=100763

Liebe Grüße,
Karin

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01.03.2012, 12:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 19:00 von Karin.)
Beitrag #5
Re: bekannte/erfolgreiche Kampfsportler
Ludwig "LUPO" Paischer (* 28. November 1981 in Oberndorf bei Salzburg) ist ein österreichischer Judoka. 2004 war er das erste Mal auf dem ersten Platz der Europarangliste und gewann den ersten von zwei Europameistertiteln.

Biografie

Paischers Verein ist die Judounion Flachgau, seine Trainer sind Udo Quellmalz, Gerhard Dorfinger und Bela Riesz. Sein Mentaltrainer ist Thomas Wörz. Paischer begann 1988 mit dem Judosport. Von 1996 bis 2001 besuchte er das Schulsportmodell Salzburg (SSM). 1998 feierte er mit dem dritten Platz bei den Weltjugendspielen in Moskau seinen ersten großen internationalen Erfolg in der Gewichtsklasse bis 50 kg. 2001 trat er in das Heeresleistungssportzentrum ein. Beim Bundesheer bekleidet Paischer den Rang eines Zugsführers.[1] Ab 2002 studierte er Rechtswissenschaft, wechselte aber 2004 zu einem Bakkalaureatsstudium Recht und Wirtschaft.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Athen galt er als Mitfavorit auf den Sieg. Er verlor jedoch seinen ersten Kampf gegen den koreanischen Weltmeister Choi Min-ho, welcher später die Bronzemedaille gewinnen konnte, knapp vor dem Ende trotz Führung und schied aus. 2008 bereitete er sich auf die Olympischen Sommerspiele in Peking vor und nahm davor nur an zwei Turnieren teil, bevor er sich seinen zweiten Europameistertitel nach 2004 sicherte. Im Finale der Olympischen Sommerspiele verlor er erneut gegen Choi Min-ho und konnte die Silbermedaille erringen.

2009 schied er bei der Weltmeisterschaft als Weltranglistenführender gleich in der ersten Runde gegen den Italiener Elio Verde aus.

2010 erreichte er bei der Heim-EM den 2. Rang und bei der Weltmeisterschaft in Japan den 7.Rang

Sportliche Erfolge

  • 2000: 2. Platz U20-Weltmeisterschaft -60kg, 2. Platz U20-Europameisterschaft -60kg
    2003: 3. Platz Europameisterschaft -60kg
    2004: 1. Platz Europameisterschaft -60kg , 1. Platz Militärweltmeisterschaft in Baku -60kg
    2005: 2. Platz Europameisterschaft -60kg , 2. Platz Weltmeisterschaft Kairo -60kg
    2006: 3. Platz Europameisterschaft
    2007: 3. Platz Weltmeisterschaft Rio de Janeiro
    2008: 1. Platz Europameisterschaft -60kg , 2. Platz Olympische Sommerspiele -60kg
    2009: 3. Platz Europameisterschaft -60kg
    2009: 1. Platz Grand Slam (Rio de Janeiro) -60kg
    2010: 2. Platz Europameisterschaft -60kg

Weltcupturniere

  • 2011
    • 1. Platz São Paulo
    2010
    • 3. Platz Wien
    2009
    • 1. Platz Rio de Janeiro
      2. Platz Abu Dhabi
      3. Platz Paris
      3. Platz Tunis
    2008
    • 1. Platz Hamburg
      2. Platz Wien
    2007
    • 3. Platz Bukarest
    2006
    • 1. Platz Wien
    2004
    • 1. Platz Moskau
      2. Platz Paris
      1. Platz Hamburg
    2003
    • 2. Platz Moskau
      3. Platz Paris
      1. Platz Hamburg
    2002
    • 2. Platz Sofia
      3. Platz Leonding
      2. Platz Prag
      3. Platz Minsk
    2001
    • 1.Platz Leonding

Internationale Turniere

  • 2006
    • 1. Platz Jigoro Kano Cup
    2004
    • 1. Platz Swedish Open
      1. Platz Internationale Deutsche Meisterschaften
      1. Platz British Open
    2003
    • 2. Platz Internationale Deutsche Meisterschaften
      3. Platz British Open
    2002
    • 1. Platz Internationales Turnier Split/CRO
    2001
    • 1. Platz Internationale Deutsche Meisterschaften
      1. Platz Internationales Turnier Split/CRO
    2000
    • 1. Platz Internationales U20 Turnier Kaliningrad/RUS
      2. Platz Internationales U20 Turnier Innsbruck/AUT
      3. Platz Internationales U20 Turnier Cetniewo/POL
      3. Platz Internationales U20 Turnier Clermont-Ferrand/FRA
    1998
    • 3. Platz Weltjugendspiele U18 Moskau/RUS

Österreichische Meisterschaften


  • 2009
    • Österreichischer Staatsmeister
    2007
    • Österreichischer Staatsmeister
    2006
    • Österreichischer Staatsmeister
    2005
    • Österreichischer Staatsmeister
    2004
    • Österreichischer Staatsmeister
    2003
    • Österreichischer Staatsmeister
      Österreichischer Meister U23
    2002
    • Österreichischer Staatsmeister
      Österreichischer Meister U23
    2001
    • Österreichischer Staatsmeister
      Österreichischer Meister U23
    2000
    • 3. Platz Österreichische Meisterschaften
      Österreichischer Meister U23
      Österreichischer Meister U20
    1999
    • Österreichischer Meister U20
    1998
    • Österreichischer Meister U20[/list:u]
      1997
      • Österreichischer Meister U18
      1996
      • Österreichischer Meister U18

    Auszeichnungen (Auszug)

    2008: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Paischer

Liebe Grüße,
Karin

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01.03.2012, 21:20
Beitrag #6
Re: bekannte/erfolgreiche Kampfsportler
Ich habe mir erlaubt das Thema zu verschieben.
Passt hier irgendwie besser als in Japanische Kampfkünste. Wink

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Liebe Grüße Neo
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01.03.2012, 21:29
Beitrag #7
Re: bekannte/erfolgreiche Kampfsportler
Michael Kuhr (der wohl bekannteste Türsteher Deutschlands)

Der Anfang

Wir schreiben das Jahr 1974. Im Alter von nur 12 Jahren - fasziniert von Kung Fu Filmen der alten Schule - betrat Michael zum ersten Mal ein Kampfsportstudio, das Sportstudio Blankenburg in der Luxemburger Straße in Berlin Wedding. Er wollte TAE-KWON-DO lernen. Da es keine gesonderten Kindergruppen gab wagte er mit dem ihn noch heute auszeichnenden Selbstbewusstsein den Schritt in die Gruppe der "Großen".

Das Talent - Michael Kuhr

Sehr schnell wurde Michaels außergewöhnliches Talent vom Trainer P. Blankenburg erkannt und zielgerichtet gefördert. Michael brachte zudem alle Voraussetzungen eines leistungsorientierten Sportlers mit: permanenten Fleiß, höchste Disziplin, höchstes Lern- und Auffassungsvermögen, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Kämpferherz, und unbändigen Ehrgeiz. Charakterzüge, die auch heute noch den Grundstein für dauerhaften Erfolg legen.
Kontakt Karate - Kick Boxen

Der Kickbox-Sport entwickelte sich weiter. Mit der Erfindung der Hand- und Fußschützer und der aus den USA herüberschwappenden Idee, für alle Teilnehmer einheitliche Wettkampfregeln zu schaffen, konnte zum ersten mal mit "Kontakt" gekämpft werden, ohne dass ernsthafte Verletzungen zu befürchten waren. Das Kontakt Karate (Kick Boxen) war geboren.

Ungeschlagener Semikontakt Champ

Von Anfang an war Michael mit Begeisterung dabei: immer in der Klasse der über 18 jährigen, weil es separate Turniere für Kinder und Jugendliche noch nicht gab. Auf Berliner Ebene kämpfte er im Semi-Contact nach Punkten.

Er wurde in der Klasse bis 57 kg auf Anhieb Berliner Meister und wiederholte diesen Erfolg Jahr für Jahr bis er ungeschlagen die Semi-Contact Turniere in Berlin hinter sich ließ.
Jüngster Deutscher Meister im Vollkontakt aller Zeiten

Seine erste wirkliche Bewährungsprobe stand dann mit nur 16 Jahren bevor: die Deutsche Meisterschaft im Full-Contact- Kick-Boxen. Als jüngster Teilnehmer schaffte er das unglaubliche: nach drei harten Kämpfen stand fest, jüngster Deutscher Meister der Senioren (!) bis 57 kg war Michael Kuhr - der bis dahin größte Triumph in seinem jungen Kämpferleben. Diesen Erfolg konnte Michael noch 9-mal wiederholen.

Vize-Weltmeister mit 17 Jahren

Neue Trophäen warteten darauf, vom Ausnahmeathleten gewonnen zu werden: auf internationaler Ebene wurde Michael im Jahre 1979 bei den Weltmeisterschaften in Florida erst nach drei Siegen im Finale durch den Engländer Howard Brown, der 10 Jahre älter war als Michael und über 10 Jahre mehr Kampferfahrung verfügte, nur nach Punkten gestoppt. Damit war Michael mit nur 17 Jahren VIZE-WELTMEISTER.

Nur ein Jahr später hatte Michael die Chance, den Trainingsaufwand mit einem Turniersieg abzurunden: er erkämpfte sich mit dem Revanche-Sieg in London über den amtierenden Weltmeister Howard Brown den unangefochtenen Sieg in der EUROPAMEISTERSCHAFT 1980. Auch diesen herausragenden Erfolg in der immer größer werdenden Kick-Box-Gemeinde konnte er in den Jahren 1981/83/86 noch dreimal wiederholen.

1985 WAKO Weltmeister im Vollkontakt

Seit 1983 kämpfte Michael nur noch in der Leichtgewichtsklasse - 60 kg und wurde in dieser neuen Gewichtsklasse auf Anhieb erneut VIZE-WELTMEISTER. Bei den Weltmeisterschaften 1985 in London kämpfte sich der nun 23jährige Michael nach zwei Vorkämpfen das Finale gegen Gerry Kid (Irland).

Drei Runden, in denen Michael alles geben musste, knallharte Kicks und fliegende Fäuste - dann das Urteil: Sieger und damit endlich WAKO Amateur - WELTMEISTER war Michael Kuhr - ein Triumph über die besten der Welt und sich selbst.

Nun wollte er an Profi Kickbox Wettkämpfen teilnehmen

Durch diese unübersehbare Siegesreihe waren die Profi Verbände auf Michael aufmerksam geworden und es folgten Einladungen für Titelkämpfe über jeweils zwölf Runden.

Sein Trainer P. Blankenburg - dem Michael über die Jahre treu geblieben war - stellte das Training auf die ungewohnte Rundenzahl um.

Weltmeister in allen Profi Verbänden

Schnell gewöhnte sich Michael an die neue Rundenanzahl, die damit verbundene Konditionsumstellung, die härtere Gangart im Profigeschäft und die steigende Zahl der sportbegeisterten Zuschauer: In allen vier seinerzeit existierenden Profi Verbänden (WAKO-PRO, PKO, ISKA, und IKBF) wurde Michael Weltmeister.

1990 wurde Michael der erste deutsche PROFI- WELTMEISTER IM FULL-CONTACT-KICKBOXEN. In seiner Kämpferlaufbahn hat er gegen 16 Full-Contact-European/Worldchampions gekämpft (Max Mankowitz, S. Salman, J. Canabate, H. Brown, I. Uguz, R. Charry, J. Vierra, G. Kidd, B. Sawicki, M. Anderson, E. Sulauc, M. Cömert, T. Dorsey, D. Sigo, S. Wilson, B. Bellani). ALLE wurden von ihm besiegt. Michael konnte auch in der Disziplin Semi-Contact überzeugende Siege über Europa- und Weltmeister wie R. Knell, P. Siegoszynski, J.Weißhardt und W. Lange erkämpfen.

Sogar die höhere Gewichtsklasse schreckte den inzwischen kampferprobten und siegeshungrigen Michael nicht ab: auch hier konnte Michael offenbar konkurrenzfähig punkten, nur beim Weltmeisterschaftskampf in dieser höheren Gewichtsklasse unterlag Michael nach einer wahrhaft legendären Ringschlacht der holländischen Kampfsportlegende G. Ballentine nach Punkten.

Damit ist Michael bis heute Deutschlands erfolgreichster Leichtgewicht Full-Contact-Kick-Boxer - zigfacher Berliner Meister - 10-facher Deutscher Meister - 4-facher Europa Meister und 5-facher Weltmeister davon viermal Profi-Weltmeister.

Ungeschlagen beendete Michael Kuhr 1994 seine beispiellose Karriere und widmet sich seither mit gleichem großem Erfolg seiner eigenen Firma die Kuhr-Security GmbH.

[Bild: michaelkuhr_10_0.jpg]


Weitere Infos unter: michael-kuhr.de

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Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat bereits verloren!

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06.03.2012, 20:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 19:02 von Karin.)
Beitrag #8
Bekannte und erfolgreiche Kampfsportler
Muhammad Ali (* 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr.) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer. Er gilt als einer der bedeutendsten Schwergewichtsboxer aller Zeiten und herausragender Athlet des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1999 wurde er vom Internationalen Olympischen Komitee zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt.[1] Auch außerhalb des Boxrings sorgte Ali für Schlagzeilen. So lehnte er öffentlich den Vietnamkrieg ab, verweigerte den Wehrdienst und unterstützte die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner in den 1960er Jahren.


Kindheit und erster Kontakt mit dem Boxsport


Clay wurde 1942 als erster von zwei Söhnen geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern benannten ihren Sohn nach dem Politiker und Gegner der Sklaverei Cassius Marcellus Clay. Mit dem Boxtraining begann der zwölfjährige Clay 1954 aus Wut über den Diebstahl seines Fahrrades – er hoffte, den Dieb dadurch bestrafen zu können, wenn er ihn erwischte. Im Alter von 16 Jahren verließ Clay die Schule mit schlechten Noten und konzentrierte sich auf sein Boxtraining.


Karriere

Karrierebeginn

Innerhalb weniger Jahre konnte Clay sämtliche nationale Amateurtitel erringen. Bei den Olympischen Spielen 1960 gewann er in Rom die olympische Goldmedaille im Halbschwergewicht. Unbestätigte Gerüchte besagen, dass Clay aus Frust über die anhaltende Rassen-Diskriminierung in seiner Heimatstadt die Goldmedaille in den durch Louisville fließenden Ohio River geworfen habe. Noch im selben Jahr wurde Cassius Clay Profi.

Clay musste feststellen, dass ein Wrestler namens Gorgeous George für größeres Aufsehen bei Presse und Zuschauern sorgte als ein bescheiden auftretender Nachwuchsboxer wie er. Daraufhin begann er, den Stil von George zu kopieren und der Presse von nun an immer neues Material in Form von Spottreimen über seine Gegner zu liefern: Vorhersagen über die Runde seines K.-o.-Sieges („Archie Moore will be on the floor in round four“, „Archie Moore wird in der vierten Runde am Boden liegen“) und ähnliche Äußerungen. Mit diesem provozierend zur Schau getragenen Selbstbewusstsein wurde Clay bald berühmt. Weil seine Prophezeiungen über den Ausgang oft zutrafen und Gegner tatsächlich in den vorhergesagten Runden zu Boden gingen, wurde er eine Zeitlang sogar des Betrugs verdächtigt.


Aufstieg und erste Weltmeisterschaft (1964)


Im Februar des Jahres 1964 bekam Clay einen Weltmeisterschaftskampf gegen Sonny Liston, nachdem er zuvor Doug Jones umstritten nach Punkten und Henry Cooper durch K. o. besiegt hatte. Viele Journalisten mochten Clays selbstsichere Art nicht und prophezeiten ihm eine Niederlage gegen Liston, so auch Arthur Daley von der New York Times: „The irritatingly confident Cassius enters this bout with one trifling handicap. He can’t fight as well as he can talk.“ („Der auf lästige Weise selbstbewusste Cassius bestreitet diesen Titelkampf mit einem unbedeutenden Nachteil. Er kann nicht so gut kämpfen, wie er reden kann.“).

Trotzdem gewann der mit Sieben zu Eins als Außenseiter gesetzte Clay nach ausgeglichenem Kampfverlauf durch eine – angeblich verletzungsbedingte – Aufgabe seines Gegners nach der sechsten Runde. In tumultartigen Szenen brüllte Clay nach dem Sieg immer wieder „I shook up the world!“ und „I am the greatest!“ in die Mikrofone. Die Bilder von ihm mit weit aufgerissenem Mund und Augen gingen um die Welt.

Im weiteren Verlauf des Jahres machte Clay seine Mitgliedschaft in der Nation of Islam öffentlich und wählte Muhammad Ali als Namen. Ab 1975 bekannte er sich zum sunnitischen Islam.

Der Rückkampf gegen Liston

Im Rückkampf am 25. Mai 1965 in Lewiston, Maine, wurde Liston von Ali bereits in der 1. Runde nach nur 105 Sekunden Kampf vom so genannten „Phantomschlag“ („Phantom Punch“, auch als „Anchor Punch“ bekannt geworden) niedergestreckt, einem kurzen, harten, rechten Cross an Schläfe oder Kiefer, der weder von Liston noch von großen Teilen des Publikums gesehen worden war. Ali schrie daraufhin den am Boden liegenden Liston mit den Worten „Get up, you bum!“ („Komm hoch, du Penner!“) wutentbrannt an und der Ringrichter, der ehemalige Weltmeister Jersey Joe Walcott, der mit der Situation offensichtlich überfordert war, zählte zunächst weder an noch aus, da er den wütend bei Liston stehenden und schreienden Ali von diesem wegzudrängen suchte. Der Kampf wurde dann zunächst wieder freigegeben, unmittelbar darauf jedoch beendet, als Nat Fleischer, der Gründer des Ring Magazines, Walcott darauf hinwies, dass Liston schon deutlich mehr als 10 Sekunden am Boden gewesen war.

Der nur von wenigen Zuschauern gesehene „Phantom Punch“ gab im Verbund mit Listons scheinbarer Unbesiegbarkeit und dessen dubiosen Kontakten zur Mafia vielen Anlass zu Spekulationen über einen möglichen Betrug. Diese wurden andererseits wegen der offensichtlichen Feindschaft zwischen den beiden Boxern bezweifelt. So hatte Liston vor dem ersten Kampf, auf die Provokationen Clays angesprochen, erklärt, dass er die Absicht habe, Clay umzubringen. Auch in seiner Autobiografie wandte sich Ali gegen jegliche Interpretation solcher Art und erklärte explizit:
  • „Tatsache ist, dass noch niemals ein Kampf weniger abgesprochen war als dieser.“
    – Muhammad Ali: Der Größte. Meine Geschichte. S. 123.

Film- und Fotoaufnahmen bewiesen im Nachhinein eindeutig, dass Liston von Ali tatsächlich getroffen wurde. Unklar blieb allerdings, wie hart. Deutlich zu sehen ist die entspannte Muskulatur von Listons Körper während des Sturzes, die eine Bewusstlosigkeit zu diesem Zeitpunkt vermuten lässt. Liston erklärte später allerdings, dass er vom Schlag Alis zwar überrascht jedoch nicht bewusstlos war und nur deshalb nicht sofort wieder aufstand, da er fürchtete, von dem direkt über ihm (anstatt in der neutralen Ecke) stehenden Ali erneut getroffen zu werden. Auch hätte er vergeblich auf das Anzählen des Referees gewartet.

In dem Augenblick, als Ali wütend und schreiend über dem liegenden Liston steht, entstand eines der bekanntesten Fotos von Ali, geschossen von Neil Leifer. Dieses Foto (eigentlich ein Farbbild, aber als Schwarzweißbild berühmt geworden), nannte sein Biograph David Remnick später „Ali wild und schön (…), vielleicht (…) das nachhaltigste Bild Alis im Kampf überhaupt.“

[Bild: muhammad-ali-vs-sonny-liston.jpg]

Karrierehöhepunkt und Titelverlust (1967)

Mitte der 60er Jahre war Ali auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er traf die Beatles und Elvis Presley und verteidigte seinen Titel unter anderem gegen Ex-Weltmeister Floyd Patterson und dann im Frankfurter Waldstadion gegen den deutschen Europameister Karl Mildenberger (Mildenberger machte ihm einige Probleme; er kam bis in die 12. Runde, woraufhin Ali im Anschluss sagte, nie wieder gegen Mildenberger boxen zu wollen), ferner gegen George Chuvalo, Henry Cooper, Brian London, Cleveland Williams, Ernie Terrell und Zora Folley.

Ali war äußerst flink, dazu provozierte er oft den Gegner, indem er die Hände neben den Hüften hängen ließ, anstatt sich zu decken. Seine Beine waren jedoch so schnell und die Hüfte so beweglich, dass er fast jeden Schlag auspendeln konnte. Tatsächlich bekam er kaum Treffer an den Kopf, kokettierte mit seinem Aussehen und prahlte, dass er nach „vielen Kämpfen immer noch so hübsch wie ein Mädchen“ sei. Mit einer rasanten tänzerischen Beinkombination namens „Ali Shuffle“ verblüffte er Gegner und Publikum. Gelegentlich ließ er sich demonstrativ mehrmals hintereinander in die durchtrainierte Seite des Körpers schlagen, ohne dass dies erkennbare Wirkungen zeigte – abgesehen davon, dass der Gegner demoralisiert wurde.

Im April 1967 wurde Ali der Titel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Als ausschlaggebend für seine Entscheidung nannte er zum einen seinen Glauben, sprach aber zum anderen auch die Frage der fehlenden Gleichberechtigung der Afroamerikaner an („Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“). Das bekannte Zitat „Kein Vietcong nannte mich jemals Nigger“ wurde ihm jedoch fälschlicherweise zugeschrieben. Ali wurde wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Später wurde das Urteil aufgehoben, aber er erhielt keine Boxlizenz. Sein Reisepass wurde eingezogen und er musste drei Jahre inaktiv bleiben. In dieser Zeit trat er viel im Fernsehen auf und äußerte sich dort zu gesellschaftspolitischen Fragen. Finanzielle Probleme konnte er dank der Gagen für Fernsehauftritte und Reden in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Universitäten, überbrücken.

Comeback (1970–1974)


Erst 1970 durfte Ali wieder in den Ring steigen. Nach Siegen in zwei Aufbaukämpfen stellte er sich Joe Frazier, dem inzwischen allgemein anerkannten und unbesiegten Weltmeister. Da sich somit erstmals in der Geschichte des Boxsports zwei ungeschlagene Schwergewichtsweltmeister gegenüberstanden, wurde der Kampf bald als „Fight of the Century“ (Boxkampf des Jahrhunderts) bezeichnet und auch entsprechend vermarktet. Das Interesse dafür reichte weit über den Kreis der Boxsportfans hinaus, da die beiden Kontrahenten verschiedene kulturelle Strömungen repräsentierten. Während Ali mit seinem teilweise provozierenden Auftreten, seinem Engagement gegen den Vietnamkrieg und seinem Eintreten für die Emanzipation der Afroamerikaner zu einem Symbol der amerikanischen Gegenkultur geworden war, wurde Frazier von Teilen der amerikanischen Weißen als „guter Neger“ angesehen und deshalb von Ali auch als „Onkel Tom“ verspottet. Dies löste bei Frazier eine tiefe, weit über den Kampf hinausgehende Verbitterung aus.

Sportlich wurde der Kampf, der am 8. März 1971 im New Yorker Madison Square Garden stattfand, den hohen Erwartungen gerecht. Zwar konnte Ali in der Anfangsphase mehr Schläge anbringen und dabei von seiner überlegenen Reichweite sowie dem langsamen Start Fraziers profitieren, mit zunehmender Kampfdauer verfestigte sich jedoch der Eindruck, dass Fraziers Schläge die größere Wirkung erzielten, vor allem wenn es ihm gelang, Ali in die Seile zu drängen, was immer öfter geschah. In der elften Runde schien Ali einem Niederschlag nahe, wenngleich er dies durch Clownereien zu überspielen versuchte. Von da an baute Frazier – obwohl auch selbst schwer gezeichnet – seinen Punktevorsprung so weit aus, dass Ali in der 15. Runde einen K. o. zum Sieg benötigt hätte. Stattdessen musste er selbst nach einem linken Haken Fraziers zu Boden. Zwar konnte er sich noch über die Zeit retten, am eindeutigen Punktesieg Fraziers bestand jedoch spätestens ab diesem Zeitpunkt kein Zweifel mehr.

Ali war nun gezwungen, wieder von vorne anzufangen und sich das Recht auf einen neuen WM-Kampf zu verdienen, indem er alle anderen potentiellen Gegner des Weltmeisters schlug. Nach zehn Siegen in Folge musste er dabei im März 1973 im Kampf gegen Ken Norton eine zweite Punkteniederlage hinnehmen. Er erlitt sogar einen Kieferbruch, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber Ali kämpfte weiter, insbesondere in und mit den Medien, indem er seine von früher bekannte Sprücheklopferei fast zur psychologischen Kriegführung ausbaute. So riefen er und sein Betreuer Drew „Bundini“ Brown vor Kämpfen gemeinsam den Wahlspruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ („Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“), der Alis früheren Kampfstil verdeutlichte.

Noch im September 1973 kam es zur Revanche zwischen Ali und Norton. Auch diesmal kämpfte Norton sehr aggressiv und bereitete Ali bis zum Schluss enorme Schwierigkeiten. Doch Ali gelang es in den letzten beiden Runden, dem müde gewordenen Norton mit gezielten Rechts-links-Kombinationen zuzusetzen. In einer hauchdünnen und umstrittenen Split Decision entschieden zwei der drei Punktrichter zugunsten von Ali. Im Januar 1974 gewann Ali den wichtigen Rückkampf gegen den inzwischen entthronten Joe Frazier. Diesmal stimmten die Punktrichter knapp, aber einstimmig für Ali. Der Kampf hatte zwar bei weitem nicht die Klasse desjenigen von 1971, er machte aber den Weg frei für die Herausforderung des amtierenden Weltmeisters Foreman.

„Rumble in the Jungle“ (1974)

George Foreman, der Schwergewichtsolympiasieger von 1968, war in 40 Profikämpfen ungeschlagen und hatte die meisten seiner Gegner – inklusive Frazier und Norton – innerhalb weniger Runden durch K. o. besiegt. Ähnlich wie vor 10 Jahren gegen Liston war Ali der Außenseiter, diesmal zudem mit 32 Jahren der Ältere. Allgemein wurde erwartet, dass Alis Karriere durch einen schnellen und deutlichen K.-o.-Schlag beendet werden würde. Führende amerikanische Sportjournalisten sahen keinerlei Chance für Ali, diesen Kampf erfolgreich zu bestreiten. Auf einigen Sendern wurden sogar schon Abschiedsbeiträge für den wohl bekanntesten Boxer aller Zeiten ausgestrahlt.

Der Kampf war für den Herbst 1974 in Kinshasa (Zaire, heute: Demokratische Republik Kongo) angesetzt worden und wurde als sogenannter „Rumble in the Jungle“ bezeichnet. Organisiert wurde er vom schwarzen Box-Promoter Don King. Finanziert wurde er größtenteils vom Diktator Mobutu Sese Seko, der den Kampf als Werbemaßnahme für Zaire und Afrika nutzte. Der Kampf musste wegen einer Verletzung Foremans um einen Monat verschoben werden, wobei alle Beteiligten im Lande blieben. Während Foreman sich bei den Einwohnern unbeliebt machte, indem er mit einem Deutschen Schäferhund auftrat, was die einheimische Bevölkerung an unliebsame Vorfälle aus der belgischen Kolonialzeit erinnerte, brachte Ali die Einwohner durch Kontaktfreudigkeit und Charisma auf seine Seite. Diese feuerten ihn überall, z. B. wenn sie ihn beim Lauftraining auf den Straßen sahen, mit dem Schlachtruf an: „Ali, boma ye!“ („Ali, töte ihn!“).

Zudem hatte Ali durch die Pause Zeit für psychologische Spielchen, mit denen er Foreman und die Öffentlichkeit zu Stellungnahmen herausforderte. Legendär war die Ankündigung Alis, wieder „zu fliegen wie ein Schmetterling und zu stechen wie eine Biene“. In diversen Pressekonferenzen kündigte der Ex-Champion an, wie er seinen Kontrahenten durch Schnelligkeit und Intelligenz vernichten würde.

Im Kampf selbst, der schließlich am 30. Oktober stattfand, überraschte Ali Gegner und Publikum, wie auch seine eigenen Trainer und Betreuer, durch seine Taktik. In den ersten zwei Runden schlug Ali 12 mal mit der rechten Hand in Form eines „Crosses“ zum Kopf seines jüngeren Kontrahenten. Dies gilt als sehr riskante und fast überhebliche Art, einen Gegner im Boxring zu attackieren, da man bei der Ausführung dieses Schlages keinerlei Deckung auf der rechten Gesichtshälfte hat. Angelo Dundee (Alis Trainer) interpretierte das Vorgehen dahingehend, dass Ali versuchte, den Kampf in den ersten zwei Runden vorzeitig zu beenden. In den beiden ersten Pausen, während er in der Ecke saß bzw. stand, wurde ihm offensichtlich bewusst, dass er diesen körperlich überlegenen Gegner unter normalen Umständen nicht bezwingen könne. Zeitzeugen wollen sogar Angst in seinem Blick erkannt haben, als er diesen öfter über die ca. 100.000 Zuschauer schweifen ließ.

Daher änderte er intuitiv seine Taktik: Anstatt – wie früher – durch Schnelligkeit und leichtfüßige Ausweichmanöver zu versuchen, harte Schläge seines Gegners ins Leere laufen zu lassen, ließ er sich nun von Foreman zunächst freiwillig in die Seile drängen und lehnte sich dabei mit dem Oberkörper noch weit nach hinten. Damit war sein Kopf fast immer außerhalb von Foremans Reichweite und den Thorax schützte er durch permanente Doppeldeckung mit seinen Unterarmen. Zudem federten die relativ locker gespannten Seile die Wucht der Schläge zusätzlich ab – diese Taktik ist heute als „Rope-a-Dope“ bekannt. Während „Big George“ wütend auf ihn einschlug, sprach Ali fortwährend mit ihm und provozierte ihn hörbar mit Sätzen wie: „Ist das alles, George? Ich habe mehr erwartet! Ist das alles, was du drauf hast?“

In den Kampfpausen wurde auf Anordnung des Schiedsgerichts versucht, die Seile zu spannen, doch Ali setzte seine Taktik unbeirrt fort, obwohl ihm sein Trainer ständig zurief, er solle unbedingt weg von den Seilen. Ali suchte jedoch Foremans Nähe und stachelte ihn verbal weiterhin an. Foreman, damals noch jung und ungestüm, nahm die permanente Provokation an und schlug gnadenlos auf Alis Körper ein, ohne jedoch einen entscheidenden Wirkungstreffer zu erzielen. Ali klammerte recht häufig und wich ansonsten einer Vielzahl von Schlägen zum Kopf durch Meidbewegungen aus. Darüber hinaus kam Alis herausragende Fitness zum Tragen, da er Körpertreffer augenscheinlich unbeeindruckt wegsteckte.

Foreman baute bald konditionell ab und Ali konnte sich aus der Deckung heraus mit Kontern nun immer besser in Szene setzen. Etwa ab der 4. Runde begann er – kurz zuvor noch „in den Seilen liegend“ – zunehmend mit präzisen und schnellen Kombinationen seinen Gegner zu attackieren. Als richtungsweisend für den Kampfverlauf gilt ein Treffer (Mitte Runde 5) seitens Alis – bezeichnend ein rechter Cross zum Kopf Formans – der eindeutig Wirkung bei seinem Kontrahenten hinterließ. Bis zur achten Runde verfolgte Ali seine Taktik, sich bis zur Rundenmitte in die Seile zu lehnen, um zum Ende der Runden hin seine präzisen und schnell geschlagenen Kombinationen anzusetzen, die immer mehr Wirkung bei Foreman hinterließen (körperlich und vor allem psychisch). Ende der 8. Runde schlug Ali dann mit zwei schnellen Links-rechts-Kombinationen und insgesamt neun aufeinander folgenden Kopftreffern Foreman nieder; der letzte und siegbringende Schlag traf diesen an der rechten Schläfe. Foreman taumelte, drehte sich zur Hälfte um seine eigene Achse, und während er zu Boden sank, zeigten die zuckenden Fäuste Alis, dass dieser offensichtlich überlegte, zur Sicherheit noch einen Kopftreffer zu landen, was er aber unterließ. Sein Trainer Angelo Dundee sagte in einem späteren Interview einmal, dass „Ali dem Fall dieses Kolosses mit dem unterlassenen Schlag seine dramaturgische Schönheit gelassen habe“. Foreman wurde ausgezählt und Ali war wieder Weltmeister.

Ali hatte den Titel, den man ihm sieben Jahre zuvor letztlich aus politischen Gründen aberkannt hatte, zurückgewonnen und brach damit als zweiter Schwergewichtsprofi nach Floyd Patterson das ungeschriebene Gesetz des Boxens: They never come back!

Titelverteidigungen

Alis erste Titelverteidigung fand gegen den bis dato relativ unbekannten Chuck Wepner statt. Wepner hielt bis zur 15. Runde durch, verlor allerdings durch Technischen k.o. Der Kampf diente dann Sylvester Stallone, der Wepner später im Gefängnis besuchte, als Inspiration für den Film Rocky.

Nachdem Ali gegen Ron Lyle und Joe Bugner seinen Weltmeistertitel verteidigen konnte, fand am 1. Oktober 1975 der dritte Kampf gegen Joe Frazier in Manila (Philippinen) statt, der in Anlehnung an den „Rumble in the Jungle“ als „Thrilla in Manila“ vermarktet wurde und bis heute als einer der besten Schwergewichtskämpfe überhaupt gilt. Die mit großer Intensität geführte Auseinandersetzung nahm einen dramatischen Verlauf, da Ali nach anfänglich klarer Überlegenheit Frazier zunehmend das Feld überlassen musste, ehe es ihm doch noch gelang, in den letzten Runden erneut die Oberhand zu gewinnen. Fraziers Trainer Eddie Futch ließ den Kampf nach Runde 14 abbrechen, da die Augen seines Schützlings zu diesem Zeitpunkt fast völlig zugeschwollen waren. Zudem litt Frazier an einer Linseneintrübung, ein bis dahin nicht bekannter Umstand. Kurz nach dem Abbruch des Kampfes, der wegen der optimalen – abendlichen – TV-Sendezeit in den USA vormittags bei 40° Celsius Hitze ausgetragen wurde, erlitt Ali einen Kreislaufzusammenbruch. Weder er noch Frazier konnten je wieder an das bei diesem Kampf gezeigte Leistungsniveau anknüpfen.

Ein Schaukampf am 26. Juni 1976 in Japan gegen den japanischen Wrestler Antonio Inoki erwies sich für Ali als blamabel, da sich Inoki für den Kampf eine Strategie zurechtgelegt hatte, gegen die Ali kein Gegenmittel fand. Fast den gesamten Kampf bestritt Inoki vom Boden aus, um Ali keine Angriffsfläche zu bieten, und konzentrierte sich allein darauf, nach ihm zu treten. Nach wenigen Runden zeigten sich die ersten blutigen Spuren an Alis Beinen. Nach 15 Runden endete der Kampf mit einem für Ali günstigen „Unentschieden“, da Inoki wegen dreier Fouls drei Punkte abgezogen wurden. Veranstaltet wurde der Schaukampf von Bob Arum. Ali erhielt eine außerordentlich hohe Gage von 6 Millionen Dollar, Inoki nur 4 Millionen Dollar. Wegen der unwürdigen Vorstellung wurde Ali 1976 nicht Boxer des Jahres - dieser Titel war ihm zuvor vier Mal (1963, 1972, 1974, 1975) verliehen worden.

1976 gewann Ali zunächst gegen Jean-Pierre Coopman, Jimmy Young und Richard Dunn. Am 20. September 1976 trat er ein drittes Mal gegen Ken Norton an, der ihm erneut große Probleme bereitete und den Kampf nach Ansicht der meisten Journalisten auch gewann; die Punktrichter votierten jedoch einstimmig für Ali. Für Experten war allerdings offensichtlich, dass dessen boxerische Qualitäten deutlich nachgelassen hatten. Die Fernsehübertragung des Kampfes erfolgte in Deutschland durch das ZDF und erreichte eine Einschaltquote von 34 Prozent (ZDF-Jahrbuch 1976).

Nach zwei Titelverteidigungen im Jahre 1977 gegen Earnie Shavers und Alfredo Evangelista, boxte Ali am 15. Februar 1978 gegen Leon Spinks, der zwar Olympiasieger von 1976 im Halbschwergewicht war, aber als Profi erst sieben Kämpfe bestritten und dabei sechs Siege und ein Unentschieden erzielt hatte. Ali nahm Spinks offenbar nicht ernst und stieg untrainiert und mit Übergewicht in den Ring - und der unbekannte Gegner nahm ihm völlig überraschend seine beiden Titel ab.

Obwohl die WBC zunächst einen Kampf gegen Ken Norton forderte, gewährte Spinks Ali einen direkten Rückkampf um den Titel der WBA. Genau sieben Monate später, am 15. September 1978, gewann der nun sichtbar besser trainierte Ali ein drittes und letztes Mal einen Weltmeisterschaftstitel und brach damit Floyd Pattersons Rekord. Ali boxte zwar deutlich besser als im ersten Kampf, vor allem aber war diesmal Spinks völlig untrainiert, weshalb sein Trainer George Benton noch während des Kampfes die Halle verließ.

Nach diesem Sieg erklärte der 36-jährige Ali seinen Rücktritt vom Boxsport. Zu diesem Zeitpunkt war seine Aussprache infolge seiner Parkinsonerkrankung bereits undeutlich geworden.

Karriereende

Im Herbst 1980 versuchte Ali zum vierten Mal Weltmeister zu werden, diesmal gegen seinen früheren Sparring-Partner Larry Holmes. Der Promoter war Don King. Ali war chancenlos, konnte keinen einzigen Wirkungstreffer anbringen und wurde nur durch die offensichtliche Zurückhaltung seines Gegners vor einem Niederschlag bewahrt. Nach zehn Runden beendete Alis Trainer den Kampf, wodurch dieser seine erste und einzige vorzeitige Niederlage hinnehmen musste. Da er seine Karriere nicht auf diese Weise beenden wollte, man ihn in den USA jedoch nicht mehr boxen ließ, fand sein letzter Kampf gegen Trevor Berbick am 11. Dezember 1981 als „Drama auf den Bahamas“ statt. Ali war zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Krankheit gezeichnet und verlor klar nach Punkten, wenngleich in seltenen Momenten noch Reste seines früheren boxerischen Könnens aufblitzten.

Liste der Profikämpfe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Al....C3.A4mpfe


Leben

Alis Karriere erlaubte ihm, im Mai 1964 eine Reise durch Ägypten, Nigeria und Ghana zu unternehmen und dort auch Politiker wie Kwame Nkrumah zu treffen.

1964 wurde Ali von der US-Armee als für den Wehrdienst untauglich eingestuft. Diese Einstufung wurde jedoch später revidiert und Ali hätte den Militärdienst antreten müssen, der ihn wahrscheinlich in den Vietnamkrieg geführt hätte. Doch Ali lehnte den Dienst an der Waffe ab, was in den USA als Straftat galt, da es das Recht der Wehrdienstverweigerung in den Vereinigten Staaten nicht gab. Daraufhin wurde er durch Entzug seiner Boxlizenz mit einem Kampfverbot für die USA belegt.

Bekenntnis zum Islam


Nach dem Kampf gegen Liston im Jahr 1964 bekannte sich Clay auch öffentlich zur „Nation of Islam“. Die Gruppe ist eine religiöse, afroamerikanische Organisation, die in den 1950er und frühen 1960er Jahren von Elijah Muhammad und Malcolm X geführt wurde. Cassius Clay legte seinen „Sklavennamen“, wie er sagte, ab und nannte sich Muhammad Ali. 1975 bekannte er sich zum sunnitischen Islam.

Privatleben

1964 heiratete er das Fotomodel Sonji Roi (* 1946, † 2005), nur 41 Tage nachdem er sie am 14. August 1964 kennengelernt hatte. Roi war zuvor zum Islam konvertiert. Die Ehe hielt zwei Jahre und wurde 1966 unter dem Druck des Anführers der „Nation of Islam“ wieder geschieden. Grund war die zu westliche Einstellung von Sonji Roi in den Augen der islamischen Extremisten. 1967 heiratete Ali seine zweite Frau Belinda Boyd (* 1950), mit der er vier seiner neun Kinder hat (Maryum, Muhammad Junior, Rasheeda und Jamillah). 1975 trennte sich Ali von Belinda, nachdem er bereits mehrere Monate ein Verhältnis mit Veronica Porche hatte, die er 1977 heiratete. Ihre gemeinsame Tochter Laila hat sich ebenfalls für eine Karriere als Profiboxerin entschieden. Die zweite Tochter Hana Yasmeen ist Autorin und hat mehrere Bücher über ihren Vater veröffentlicht.

1985 heiratete Ali Lonnie Williams, die er bereits seit seiner Kindheit kannte (Ali war gelegentlich ihr Babysitter) und zusammen adoptierten sie ein Kind namens Asaad. Zu diesem Zeitpunkt war seine Krankheit schon weit fortgeschritten.

Muhammad Ali hat außerdem noch zwei weitere Kinder aus außerehelichen Verhältnissen.

Parkinson-Krankheit

Im Jahr 1984 wurde bei Ali das Parkinson-Syndrom diagnostiziert. Oft wird Alis Erkrankung in Zusammenhang mit Boxen gebracht, dies wurde allerdings nie belegt. Da seine geistigen Fähigkeiten, wie allgemein bei dieser Krankheit, kaum beeinträchtigt waren, nahm er weiterhin weltweit am öffentlichen Leben teil und setzte sich für wohltätige Zwecke ein. Unter anderem engagierte er sich für die Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt, etwa bei Verhandlungen zur Freilassung von Geiseln im Libanon, oder im November 1990 anlässlich eines Besuchs bei Saddam Hussein, woraufhin dieser 15 „menschliche Schutzschilde“ freiließ. Insbesondere seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 tritt er als Botschafter seines Glaubens auf und betont die friedliche Grundhaltung des Islam.

Ali in Populärkultur und Medien

Spätestens seit Mitte der 1970er Jahre ist Ali weltweit bekannt, was sich damals auch auf zum Beispiel die Spielzeuge in deutschen Kinderzimmern auswirkte. Es gab Varianten der Big-Jim-Puppen von Mattel (und Mego), mit denen die Kämpfe Alis gegen Foreman und Frazier nachgestellt werden konnten. In der entsprechenden Comicserie kam es 1978 gar zum Duell „Superman vs. Muhammad Ali“.

Ende der 1970er Jahre; auf den Höhepunkt seiner Karriere, gelang es einem damals international noch kaum bekannten deutschen Fruchtsafthersteller, Muhammad Ali jahrelang für sein Produkt Capri-Sonne werben zu lassen. Print-Werbung und TV-Spots, die weltweit eingesetzt wurden, erregten damals große Aufmerksamkeit, da es in Deutschland noch ungewöhnlich war, mit internationalen Sportstars zu werben.

1977 wurde der von Tom Gries und Monte Hellman gedrehte Dokumentarfilm Ich bin der Größte veröffentlicht.

Ali machte immer wieder Scherze über sein angeblich bevorstehendes Comeback. Als sein früherer Gegner George Foreman 1994 sensationell nach 20 Jahren wieder einen WM-Titel gewann, kündigte der 52-jährige Ali an, den sieben Jahre jüngeren Foreman noch einmal wie schon 1974 schlagen zu wollen. Irritiert durch die unerwarteten Erfolge Foremans brachten Tageszeitungen diese Meldung tatsächlich im Sportteil anstatt im Panorama.

1996 wurde der Dokumentarfilm When We Were Kings von Leon Gast über die Vorbereitungen des „Rumble in the Jungle“ und die stattgefundenen Konzerte fertiggestellt und mit dem Oscar für die Beste Dokumentation prämiert. Im Jahr 2001 wurde Alis Lebensgeschichte unter dem Titel Ali von Michael Mann verfilmt. Der Hauptdarsteller Will Smith wurde für den Oscar nominiert, das Titellied The World’s Greatest von R. Kelly wurde weltweit ein Hit.

Im Frühjahr 2004 war Muhammad Ali der Star einer Werbekampagne des Sportartikelherstellers adidas, bei dem unter dem Motto „Unmöglich ist nichts“ („Impossible is nothing“) diverse aktuelle Sportler auftraten, darunter auch Fußballstar David Beckham. Der Werbespot „The Long Run“ basiert auf Aufnahmen aus When We Were Kings, die vor dem WM-Kampf 1974 in Afrika gemacht wurden. Ali joggt dabei im Morgengrauen als Anführer einer Gruppe von Sportstars der Neuzeit, die elektronisch einkopiert wurden.

In einem zweiten Werbespot tritt Alis Tochter Laila gegen ihren Vater an, wieder einkopiert in alte Aufnahmen.


Anerkennungen

  • 1990 wurde Ali als einer der ersten Boxsportler in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.
  • 1996 entzündete Ali das olympische Feuer in Atlanta. Bei dieser Gelegenheit überreichte man ihm auch einen Ersatz für die Medaille von
  • 1960, die er verlor. Entgegen vielen Gerüchten warf er sie nicht in den Ohio River.
  • 1999 wurde Ali vom Internationalen Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts gewählt.
  • 2001 wurde Ali mit der Presidential Citizens Medal geehrt, der zweithöchsten zivilen Auszeichnung der USA.
  • 2005 überreichte US-Präsident George W. Bush Ali die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA.
  • 2005 wurde Muhammad Ali als erster US-Amerikaner mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in Berlin ausgezeichnet – „für herausragende Verdienste um Frieden und Völkerverständigung“.
  • 2009 wurde Ali zum ersten Honorary Freeman of the City of Ennis (Irland) ernannt.

Auszeichnungen

  • 2003 Bambi
  • 2005 Freiheitsmedaille
  • 2005 Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold
  • Ehrendoktorwürde der Columbia-Universität in New York


Daten

Geburtsname: Cassius Marcellus Clay
Kampfname: The Greatest
Gewichtsklasse: Schwergewicht
Nationalität: US-amerikanisch
Geburtstag: 17. Januar 1942
Geburtsort: Louisville
Stil: Linksauslage
Größe: 1,90 m

Kampfstatistik

61 Kämpfe
56 Siege
37 K.-o.-Siege
5 Niederlagen

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Ali

Liebe Grüße,
Karin

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10.03.2012, 16:11 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 19:03 von Karin.)
Beitrag #9
Re: Bekannte und erfolgreiche Kampfsportler
MIKE TYSON

Michael Gerard Tyson (auch „Malik Abdul Aziz“; * 30. Juni 1966 in Brooklyn, New York City) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer. Mit einem Alter von 20 Jahren und 144 Tagen war er 1986 der bislang jüngste Boxer, der einen Weltmeistertitel im Schwergewicht erringen konnte. Darüber hinaus war Tyson der erste Weltmeister, der gleichzeitig von den drei Boxverbänden WBC, WBA und IBF anerkannt wurde. Er wurde 2012 in die WWE Hall of Fame eingeführt.

Kindheit

Mike Tyson wurde am 30. Juni 1966 als jüngstes von drei Kindern in ärmlichen Verhältnissen im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geboren. Seinen Vater lernte Tyson kaum kennen, da jener die Familie verließ, als Mike zwei Jahre alt war. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr lebte Tyson mit seiner Familie in Bedford-Stuyvesant, in Brownsville. Obwohl Tyson bereits in frühester Kindheit auf die schiefe Bahn geriet – schon bald war er wegen verschiedener Delikte auffällig (Taschendiebstahl, bewaffneter Raubüberfall) – deutete damals nichts auf eine künftige Karriere als „Bad Boy“ des Boxens hin. Tyson war als Kind eher schüchtern, lebte zurückgezogen und galt bei seinen Altersgenossen eher als Schwächling. Sein großes Hobby war die Taubenzucht.

Als Zwölfjähriger war Mike Tyson von der Polizei bereits 38 Mal wegen verschiedener Delikte festgenommen worden. Schließlich kam er an eine Schule für schwer erziehbare Kinder in Catskill, New York. Sein dortiger Sportlehrer Bobby Stewart, ein ehemaliger Profiboxer, war von Tysons physischen Fähigkeiten beeindruckt, lehnte aber zunächst dessen Bitte ab, ihn im Faustkampf zu unterrichten. Erst nachdem Tyson seine schulischen Leistungen steigerte, gab Stewart dem Willen des Jungen nach und gab ihm seine ersten Boxlektionen. Schon bald stellte er Tyson dem Trainer Cus D’Amato vor. Dieser schwärmte, nachdem er den erst dreizehnjährigen Tyson im Sparring gesehen hatte, und ließ sich angeblich zu der Behauptung hinreißen: „Das wird der zukünftige Weltmeister im Schwergewicht“.

Amateur-Karriere

Ab diesem Zeitpunkt wurde Mike Tyson von Cus D’Amato gezielt auf eine Laufbahn als Boxer – zuerst als Amateur, anschließend als Profi – vorbereitet. So erwirkte D’Amato bei der Erziehungsbehörde New Yorks, dass Tyson bei ihm und seiner Lebensgefährtin in Catskill leben durfte. Als auch noch Tysons Mutter an Krebs starb, wurde D’Amato schließlich gesetzlicher Vormund des jungen Box-Talents.

Mike Tyson wohnte bei D’Amato zusammen mit einigen anderen Boxern unter einem Dach. Zunächst bekam er mit Teddy Atlas einen jungen Trainer zur Seite gestellt, der ihn im von Cus D’Amato geprägten „Peek-a-boo“-Stil unterrichtete. Das Training zeigte bei Tyson schon bald Wirkung. Aufgrund seiner enormen physischen Kraft – schon mit 15 Jahren stemmte er beim Bankdrücken angeblich über 125 kg – sparrte Tyson bereits meist mit erwachsenen Gegnern.

Um Tysons Boxkarriere bei den Amateuren finanziell abzusichern, fand Cus D’Amato in seinen beiden Freunden Jim Jacobs, einem ehemaligen Weltklassespieler im American Handball und Bill Clayton, einem Ex-Werbemann, finanzstarke Geldgeber. Tysons Amateurkarriere begann vielversprechend. In auffallend vielen seiner Amateurkämpfe, die in der Regel auf je drei Runden angesetzt waren, konnte Tyson vorzeitig gewinnen.

Trennung von Teddy Atlas

Als Tyson 15 Jahre alt war, kam es zu einem folgenschweren Streit mit seinem Trainer Teddy Atlas: Nachdem Atlas zugetragen wurde, dass Tyson eine Nichte von ihm belästigt hätte, nahm er eine Pistole und drohte ihm mit dem Tod. Tyson rannte daraufhin verstört nach Hause und erzählte die Geschehnisse D’Amato. Daraufhin wurde Atlas entlassen – Tyson hingegen musste, zumindest für einige Tage, in die Besserungsanstalt zurückkehren.

Der neue Trainer, der sich um Mike kümmerte, war Kevin Rooney. Dieser hatte gerade seine aktive Karriere als Boxer beendet und war schon seit Mitte der 1970er mit Tysons Ziehvater D’Amato bekannt. Auf Tysons boxerische Entwicklung hatte der Trainerwechsel keinen merklichen Einfluss. 1984 konnte Mike Tyson das jährliche traditionsreiche Boxturnier Golden Gloves gewinnen. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles verhinderten jedoch zwei Niederlagen in der nationalen Qualifikation gegen den späteren Olympiasieger im Schwergewicht Henry Tillman. Nur kurze Zeit nach dieser Enttäuschung beendete Mike Tyson seine Amateurkarriere und wurde Profi. Zumindest dort konnte sich Tyson später für seine beiden Niederlagen revanchieren, als er Tillman im Juni 1990 in der ersten Runde KO schlug.

Kampfrekord als Amateur

Im Internet kursiert via ESPN und Co. für Tyson eine Kampfbilanz von 24 Siegen bei drei Niederlagen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei aber nur um die Bilanz bei den Senioren, in Boxzeitschriften ist von über 200 Amateurkämpfen Tysons die Rede.

Profi-Karriere

Im März 1985 wechselte Mike Tyson mit 18 Jahren in das Profilager. Zunächst wurde er unter der Regie von Cus D’Amato durch seine beiden Manager Bill Cayton und Jimmy Jacobs behutsam aufgebaut. Um erste Ringerfahrungen sammeln zu können, kämpfte Tyson alle vier Wochen gegen Gegner, die ihm kaum gefährlich werden konnten. Letztlich hatte keiner eine Chance gegen Kid Dynamite, wie Tyson schon bald von den Medien genannt wurde. Am Ende des Jahres 1985 hatte Tyson bereits 15 Kämpfe bestritten, die er alle gewinnen konnte.

Am 4. November 1985 verstarb Cus D’Amato. Mike Tyson nannte diesen Zeitpunkt später den schlimmsten seines Lebens und es gab Befürchtungen, dass seine sportlichen Leistungen unter diesem Schicksalsschlag leiden würden. Doch bereits acht Tage später siegte Tyson in gewohnter Manier gegen Eddie Richardson durch KO in der ersten Runde.

Bereits in seinem zweiten Jahr als Profi wurde Tyson von seinem Management für reif genug befunden, mittelfristig um die Weltmeisterschaft kämpfen zu können. Daher bekam es das Ausnahmetalent erstmals auch mit höherklassigen Gegnern zu tun. Als erster ernstzunehmender Prüfstein galt dabei Jesse Ferguson, gegen den Tyson am 16. Februar 1986 sein Fernsehdebüt bestritt. Doch Tyson gewann auch diesen Kampf souverän durch Abbruch in Runde sechs.

Bis zum März des Jahres 1986 hatte Tyson schließlich 19 Kämpfe bestritten, die er alle vorzeitig gewinnen konnte. Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass elf dieser Siege bereits in der ersten Runde zustande kamen. Um diese Kampfbilanz so gut wie möglich vermarkten zu können, entschloss sich Tysons Management, Videokassetten mit den besten Kampfszenen des jungen Tyson an ausgewählte Sportreporter in den USA zu schicken. Mit dieser Aktion konnte auch außerhalb der Boxszene der Bekanntheitsgrad von Tyson deutlich gesteigert werden.

In seinem 20. Kampf musste Tyson das erste Mal in seiner Karriere über die volle Distanz gehen. Er gewann dabei nach zehn Runden gegen seinen Landsmann James Tillis, genannt Quick Tillis („der schnelle T.“), ungefährdet nach Punkten. Auch in seinem nächsten Kampf am 20. Mai 1986 musste sich Tyson nach zehn Runden mit einem einstimmigen Punktsieg begnügen. Der Gegner, Mitch Green, kam wie Tyson aus New York und hatte ebenfalls in seiner Jugend das Image eines „Straßenschlägers“. So war dieser Kampf für beide Boxer eine Sache des Prestige, nicht zuletzt auch deshalb, da der Kampf in ihrer Heimatstadt stattfand.

Im Zeitraum von Juni bis September 1986 bezwang Tyson wieder in alter Manier alle seine sechs kommenden Gegner vorzeitig. Darunter war auch ein schwerer KO nach nur 30 Sekunden gegen den Sohn des ehemaligen Weltmeisters Joe Frazier, Marvis Frazier. Schließlich führte Tyson die Rangliste des WBC an und durfte deren Titelträger Trevor Berbick (Kanada) herausfordern.

Jüngster Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte

Am 22. November 1986 wurde Mike Tyson im Alter von 20 Jahren und 144 Tagen mit einem KO-Sieg in der zweiten Runde über WBC-Weltmeister Trevor Berbick der jüngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte.

Nur drei Monate nach dem Gewinn seines ersten WM-Gürtels konnte Tyson auch den Titel der WBA erringen. Er bezwang dabei in einem nicht sehr ansehnlichen Kampf seinen Landsmann James „Bonecrusher“ Smith einstimmig nach Punkten. Smith, der im Vorfeld noch getönt hatte, er werde das „Kind“ Tyson ausknocken, boxte extrem passiv und versuchte den WBC-Weltmeister mit ständigem Klammern zu frustrieren. Nach Ansicht vieler Beobachter hätte er deswegen disqualifiziert werden müssen.

Am 30. Mai 1987 verteidigte Tyson seine beiden Titel gegen den früheren Weltmeister des WBC, Pinklon Thomas. Nachdem Thomas zunächst gut mithalten konnte, wurde er in der sechsten Runde durch eine spektakuläre Kombination Tysons niedergestreckt.

Unumstrittener Weltmeister im Schwergewicht

Am 1. August 1987 konnte Mike Tyson seiner Titelsammlung noch den Gürtel der IBF hinzufügen, als er Tony Tucker in einem aufsehenerregenden Kampf bezwingen konnte. Anders als bei der ersten Titelvereinigung gegen Smith bekamen die Zuschauer im Hilton Hotel von Las Vegas ein von beiden Seiten offensiv geführtes Gefecht zu sehen. Wie bei seinen vorangegangenen Begegnungen suchte Tyson auch hier die schnelle Entscheidung und stürmte sofort auf Tucker ein. Dabei wurde er jedoch schon nach wenigen Sekunden von einem harten Aufwärtshaken getroffen. Tyson zeigte sich davon jedoch nur kurz beeindruckt und setzte seine Angriffe auf Tucker fort. Dieser leistete erbitterten Widerstand, konnte aber den einstimmigen Punktsieg Tysons nach zwölf Runden nicht verhindern.

Mit gerade einmal 21 Jahren war Mike Tyson der erste Weltmeister im Schwergewicht, der die Titel der drei großen Verbände sein Eigen nennen konnte (Undisputed Heavyweight Champion). Aufgrund der eindrucksvollen Art, wie sich Tyson nach gerade einmal drei Jahren als Profi an die Spitze des Schwergewichtsboxens katapultierte, prophezeiten ihm viele der Boxexperten eine glänzende Zukunft und sahen ihn bereits in einer Reihe mit solchen Größen wie Joe Louis oder Muhammad Ali stehen. Es gab zu dem Zeitpunkt kaum jemanden, der nicht der Meinung war, dass Tyson die Schwergewichtsszene auf Jahre hinaus dominieren werden würde. Einige gingen sogar so weit, dass sie es für möglich hielten, dass die Ära Tyson bis ins neue Jahrtausend dauern könnte – vorausgesetzt, der Weltmeister bliebe von größeren Verletzungen verschont und motiviert genug.

Aufgrund seiner spektakulären Siege erreichte Tysons Popularität eine Dimension, die mit der von Muhammad Ali vergleichbar war. Dem Jungen aus Brooklyn schien die Welt zu Füßen zu liegen, er wurde von der sogenannten „Catskill-Connection“, bestehend aus Jim Jacobs, Billy Cayton und Kevin Rooney, hervorragend gemanagt. Niemand schien diese Gemeinschaft auseinanderbringen zu können, auch nicht der umtriebige Boxpromoter und Manager Don King.

Am 16. Oktober 1987 verteidigte Tyson seine Titel gegen den Olympiasieger im Superschwergewicht von Los Angeles, Tyrell Biggs. In gewohnter Manier übernahm Tyson auch in diesem Kampf die Initiative. Obwohl Biggs wiederholt schwere Treffer einstecken musste, konnte er zunächst Tysons Angriffen standhalten. Gegen Ende der siebten Runde musste er jedoch nach einem weiteren Treffer des Weltmeisters zu Boden und wurde angezählt. Der Kampf wurde zwar noch einmal freigegeben, nach einem weiteren Niederschlag wurde Biggs jedoch – wenige Sekunden vor dem Pausengong – vom Ringrichter aus dem Kampf genommen. Hinterher meinte Tyson, dass er es langsam machen wollte, damit sich sein Gegner noch für eine lange Zeit an diesen Abend erinnern würde.

Am 22. Januar 1988 traf Tyson auf den früheren WBC- und IBF-Weltmeister Larry Holmes, der bis Mitte der achtziger Jahre als bester Schwergewichtsboxer galt und im Laufe seiner Karriere solche Boxgrößen wie Ken Norton, Gerry Cooney, Tysons ersten WM-Gegner Trevor Berbick, Earnie Shavers und Muhammad Ali besiegt hatte. Nach eineinhalbjähriger Ringpause versuchte Holmes nun ein Comeback und wollte seine vermeintlich letzte Chance nutzen, noch einmal Weltmeister in der Königsklasse zu werden. Der Kampf des 38-jährigen „alten Tigers“ Holmes gegen den 21-jährigen „jungen Löwen“ Tyson galt unter Experten als Aufeinandertreffen zweier Boxergenerationen, wobei der Titelverteidiger klarer Favorit war. Im Vorfeld des Kampfes kam es zu Spannungen zwischen den Boxern, als der Box-Oldie über Mike Tyson despektierliche Aussagen über dessen Persönlichkeit und Charakter getätigt hatte und ihm u. a. einen unrühmlichen Niedergang prophezeite.

Tyson gab die Antwort im Ring, was ihm eindrucksvoll gelang. In nur vier Runden entledigte er sich seines Gegners, der in diesem Gefecht zu keinem Zeitpunkt eine Chance besaß. Tyson war zu schnell und schlug ihn in der vierten Runde dreimal zu Boden, woraufhin der Kampf abgebrochen wurde. Holmes verlor damit zum ersten und einzigen Mal in seiner bis 2002 andauernden 29-jährigen Profi-Karriere durch KO.

Kurz nach dem Holmes-Kampf heiratete Mike Tyson die zwei Jahre ältere Schauspielerin Robin Givens. Es sollte eine sehr turbulente und kurze Ehe werden. Givens und ihre Mutter, die von vielen Leuten in Tysons Umfeld als geldgierig und hysterisch beschrieben wurden, versuchten, die Kontrolle über das Management und die Finanzen des Boxweltmeisters zu übernehmen. Da der durch seine Liebe zu ihr abgelenkte Tyson dies außer Acht ließ, kam es in der Folgezeit immer öfter zum Streit mit seinen Managern Bill Cayton und Jim Jacobs.

In seiner nächsten Titelverteidigung, die am 21. März 1988 in Tokio (Japan) stattfand, benötigte Tyson nur zwei Runden, um Herausforderer Tony Tubbs zu bezwingen. Bereits nach 5:54 Minuten war das einseitige Gefecht zu Ende, das als Generalprobe für den im Sommer angesetzten Showdown gegen Michael Spinks dienen sollte. In dieser Zeit musste Tyson nach dem Tod seines Ziehvaters Cus D’Amato drei Jahre zuvor einen weiteren Schicksalsschlag einstecken, als sein bester Freund und Manager Jim Jacobs starb.

Nachdem sich Tyson bis Mitte 1988 sämtlicher Herausforderer im Ring entledigt hatte, gab es für die meisten Beobachter mit Michael Spinks nur noch einen Kandidaten, dem man zutraute, Tyson besiegen zu können. Der ehemalige IBF-Titelträger und lineare Weltmeister war wie Tyson ungeschlagen und beendete vor drei Jahren die Titelherrschaft von Larry Holmes. Anschließend verlor Spinks seinen Titel am grünen Tisch, da er sich geweigert hatte, gegen den IBF-Pflichtherausforderer Tony Tucker anzutreten, der schließlich den Titel gewann und gegen Tyson wieder abgeben musste. Daher galt Spinks für Viele (unter anderem das renommierte Ring Magazine) noch immer als der rechtmäßige Besitzer des IBF-Titels. Am 27. Juni 1988 kam es schließlich zum von allen Seiten mit Ungeduld erwarteten Aufeinandertreffen. Die Anspannung machte auch vor den Boxern nicht halt, vor allem Spinks wirkte vor dem Kampf merklich nervös. Darüber hinaus kam es unmittelbar vor dem Kampf zu einigen Irritationen, da beide Boxer für sich das Recht des Weltmeisters in Anspruch nahmen, als Letzter einmarschieren zu dürfen. Letztendlich dauerte die daraus resultierende zeitliche Verzögerung länger als der eigentliche Kampf selbst. Nach nur 91 Sekunden in der ersten Runde schlug Tyson seinen Gegner KO und klärte damit eindrucksvoll, wer der unumschränkte Herrscher im Schwergewicht war. Tyson kassierte für diesen Auftritt die bis dahin höchste Kampfbörse der Geschichte von 22 Millionen US-Dollar. Spinks Börse betrug 13 Millionen US-Dollar. Da von den meisten Experten zum Zeitpunkt des Kampfes beide Kontrahenten als die anerkannt Besten ihrer Klasse anerkannt wurden, gilt dieser Sieg als der Höhepunkt in Tysons Karriere. Niemand schien eine Chance gegen „Iron Mike“ zu haben, der nun eine Kampfbilanz von 35 Kämpfen hatte, die alle gewonnen wurden (31 vorzeitig). Kein anderer Boxer vor ihm verkörperte die von Cus D’Amato entwickelte „Peek a Boo“-Taktik (Schlagen und Ducken) so perfekt wie er. In sämtlichen Kämpfen konnte Tyson bisher überzeugen, nur die wenigsten gingen über die volle Distanz.

Nach dem Kampf gegen Spinks verlängerte Tyson seinen auslaufenden Vertrag bei seinem verbliebenen Manager Bill Cayton nicht weiter und unterschrieb stattdessen bei Don King, vor dem D’Amato zu Lebzeiten immer gewarnt hatte. Kurz danach entließ Tyson auch seinen langjährigen Trainer Kevin Rooney, da sich dieser gegen Don King ausgesprochen hatte. Knapp zehn Jahre später musste Tyson dafür seinem Ex-Trainer eine Abfindung von 4,4 Millionen-Dollar zahlen.

King war bestrebt, das Image des „bösesten Mannes auf dem Planeten“ zu fördern, da es sich gut vermarkten ließ. Die Weiterentwicklung von Tysons boxerischen Fähigkeiten hingegen war King weniger wichtig, der Tyson mit Aaron Snowell einen unerfahrenen Trainer zur Seite stellte. Nach Ansicht vieler Beobachter führte dies dazu, dass Tyson nicht mehr die boxerische Klasse von einst erreichte. Er versuchte fortan vermehrt, seine Gegner mit Einzelaktionen entscheidend zu treffen, ohne wie üblich methodisch mit Kombinationen nachzusetzen. Dies wurde beispielsweise in Tysons erstem Kampf unter King deutlich, als er am 25. Februar 1989 gegen Frank Bruno antrat. Dabei geriet der Titelverteidiger zum ersten Mal in seiner Laufbahn ernsthaft in Bedrängnis, als er vom Briten mehrmals schwer getroffen wurde. In Runde 5 konnte Tyson seinen Gegner doch noch durch Technischen KO besiegen.

Auch in seinem nächsten Kampf gegen Carl Williams am 21. Juli des gleichen Jahres konnte Tyson nicht wirklich überzeugen, obwohl er bereits durch Abbruch in der ersten Runde gewann. Dabei profitierte Tyson jedoch vorrangig von seinem Nimbus der Unbesiegbarkeit, der noch aus der Zeit seiner glanzvollen Siege herrührte und die Gegner noch immer schier lähmte. Williams, der sich ängstlich und nervös zeigte und kaum Gegenwehr leistete, wurde von Tyson bereits nach 93 Sekunden mit einem linken Schwinger KO geschlagen.

Neben dem veränderten Training übten auch die zunehmenden Probleme im Privatleben des Weltmeisters einen negativen Einfluss auf Tysons weitere sportliche Entwicklung aus. Wurde er bereits 1987 wegen sexueller Belästigung einer Frau und Körperverletzung bei einem Rockkonzert angeklagt, zog sich Tyson im August 1988 bei einer Schlägerei auf offener Straße mit seinem früheren Gegner Mitch Green einen Bruch der rechten Hand zu, was zu einer Verschiebung der Titelverteidigung gegen Bruno führte. Außerdem musste Tyson vermehrt gegen Übergewicht ankämpfen – angeblich verlor er vor dem besagten Kampf gegen Bruno über 20 kg Gewicht. Auch in der Ehe mit Robin Givens gab es immer wieder Probleme, die immer öfter in der Öffentlichkeit ausgetragen wurden. Dazu gehörten Vorwürfe von häuslicher Gewalt seiner Ehefrau bzw. Schwiegermutter gegenüber, eine von seiner Ehefrau vorgetäuschte Schwangerschaft, sowie ein Autounfall von Tyson, der als angeblicher Selbstmordversuch dargestellt wurde. Im September 1988 erklärte Robin Givens vor laufenden Kameras und neben ihrem Mann sitzend, dass ihre Ehe mit dem Boxweltmeister die „pure Hölle“ sei und behauptete, dass Tyson manisch depressiv sei. Laut Givens hätte dies mit seiner Kindheit in Brownsville und dem schlechten Verhältnis zu seiner verstorbenen Mutter zu tun. Außerdem warf sie dem früheren Mentor von Tyson, Cus D’Amato, vor, dass er Tyson zwar perfekt auf ein Leben als Boxer vorbereitet habe, aber nie auf ein Leben außerhalb des Rings. Ihr Mann sei nur darauf fokussiert worden, Weltmeister zu werden, aber nicht auf die Folgen, die dieser Titel für das Privatleben mit sich bringt. Tyson schien von den Aussagen seiner Ehefrau merklich überrascht zu sein. Wenige Tage nach diesem Fernsehauftritt flüchteten Givens und ihre Mutter aus dem gemeinsamen Anwesen in Bernhardsville (New York). Am Valentinstag 1989 wurde die Ehe zwischen Tyson und Givens schließlich geschieden.

All diese Skandale führten schließlich dazu, dass Tyson 1989 nur die beiden Kämpfe gegen Bruno und Williams bestritt. Obwohl er dabei zumindest auf dem Papier wie in alten Zeiten triumphieren konnte, war Tyson weit von seinem Leistungsniveau der vergangenen Tage entfernt.

Das Ende des Nimbus der Unbesiegbarkeit

Auch 1990 blieben Tyson die Probleme treu: So gab es vor dem Kampf gegen James „Buster“ Douglas Meldungen, dass Tyson im Sparring von Ex-Weltmeister Greg Page zu Boden geschlagen worden sei und dabei eine Platzwunde über dem Auge erhalten habe. Darüber hinaus soll er gegen andere Sparringspartner wie Trevor Berbick und Oliver McCall sehr schlecht ausgesehen haben.

Doch trotz dieser sportlichen Hiobsbotschaften galt Tyson bei seiner zehnten Titelverteidigung bei den Buchmachern als haushoher Favorit und eine erfolgreiche Titelverteidigung als ausgemachte Sache. Daher wurde schon im Vorfeld dieses Kampfes über die nächsten Herausforderer von Tyson spekuliert: Evander Holyfield, der vormalige unumstrittene Cruisergewichtsweltmeister, der ins Schwergewicht aufgestiegen war, und der wieder boxende Altmeister George Foreman.

Am 10. Februar 1990 stieg Tyson schließlich in Tokio gegen Douglas in den Ring. Der Herausforderer galt als talentierter, aber trainingsfauler und unbeständiger Boxer. Trotzdem hatte er zuvor schon mehrere angesehene Gegner besiegt. Auch gegen Tyson lieferte Douglas einen hochkonzentrierten Kampf und dominierte das Geschehen mit seinem langen Jab. Tyson erschien dadurch lange Zeit als boxerisch arg limitiert. Sechs Sekunden vor Ende der achten Runde schlug Tyson Douglas jedoch zu Boden, doch ein langsam zählender Ringrichter und der Gong retteten ihn. In der zehnten Runde schlug Douglas zurück und traf Tyson mit einem Aufwärtshaken, wodurch dieser benommen durch den Ring taumelte. Als Douglas anschließend mit einer Drei-Schlag-Kombination nachsetzte, ging Tyson zu Boden. Doch obwohl der Referee auch hier sehr langsam zählte, war Tyson auch bei Zehn noch nicht wieder bei vollem Bewusstsein und wurde aus dem Kampf genommen. Dieser Kampfausgang war eine Sensation für die Boxszene, das Bild des hilflos krabbelnden Weltmeisters, der zuvor für „unbesiegbar“ gehalten wurde, ging um die Welt. Alt-Meister George Foreman nahm spöttelnd darauf Bezug, als er angesichts seines bevorstehenden Comebacks befragt wurde, ob er gegen jüngere Gegner nicht um seine Gesundheit fürchten müsse. Foreman antwortete darauf: Ach was, ich sehe nur muskelbepackte junge Männer auf dem Boden herumkriechen und nach ihrem Mundschutz suchen.

Auch Tysons neuer Trainer Aaron Snowell, der zum ersten Mal mit Tyson zusammenarbeitete, gab kein gutes Bild ab. Tysons schwere Schwellung über dem linken Auge wurde erst spät und dann nur mittels einer mit Eiswürfeln gefüllten Plastiktüte gekühlt statt mit dem Kühleisen.

Promoter und Tyson-Manager King bezichtigte den Ringrichter Octavio Meyran, Douglas zu langsam angezählt zu haben. Tatsächlich war Douglas länger als zehn Sekunden am Boden. Doch dies lag daran, dass der Zeitnehmer zu spät mit dem Anzählen begann und Meyran das Anzählen übernehmen musste. King wollte den Kampf als „No Contest“ werten lassen, so dass Tyson immer noch Weltmeister geblieben wäre. Der WBC wollte anfangs diesem Vorschlag zustimmen, doch als die anderen Verbände WBA und IBF darauf beharrten, Douglas als neuen Weltmeister anzuerkennen, musste der WBC von einer „No-Contest“-Wertung Abstand nehmen. Für Tyson dagegen schien es, als ob er mit 23 Jahren seinen Zenit als Boxer bereits überschritten hatte.

Der Weg zurück an die Spitze

Doch in den folgenden Nichttitelkämpfen schien er sich gefangen zu haben. Henry Tillman, gegen den er im Jahr 1984 noch bei den Amateuren zweimal verloren hatte, besiegte er in der ersten Runde. Auch das unbeschriebene Blatt Alex Stewart schlug er in der ersten Runde K. o. Um sich für einen Kampf gegen den neuen Weltmeister Evander Holyfield zu qualifizieren, der Douglas in dessen erster Titelverteidigung besiegt hatte, musste er nun gegen Donovan „Razor“ Ruddock antreten. Er machte eine gute Figur und besiegte ihn zweimal, auch wenn der Abbruch im ersten Kampf nach Ansicht vieler Beobachter zu früh kam. Der zweite Kampf erregte viel Aufsehen, da sich die zwei Athleten nach dem umstrittenen Abbruch im ersten Kampf einige verbale Gefechte lieferten. Unter anderem meinte Tyson, er werde Ruddock zu seiner Freundin machen („I wanna kiss your big lips“) und spielte damit auf Gerüchte an, nach denen Ruddock privat gerne Frauenkleider tragen sollte. Im Kampf erlitt Ruddock einen gebrochenen Kiefer, ging zweimal zu Boden und war schlussendlich chancenlos, ging aber nicht KO. Tyson wurden wegen Tiefschlägen insgesamt vier Punkte abgezogen, was seinen Punktsieg aber nicht verhinderte. Nun war der Weg für Tyson frei, seinen Titel wieder zurückzuerobern.

Verurteilung als Vergewaltiger

Der für November 1991 angesetzte Titelkampf gegen Evander Holyfield musste zweimal verschoben werden. Zuerst brach sich Tyson beim Bauchmuskeltraining eine Rippe. Sein Management versuchte, die Verletzung zu vertuschen, in der Hoffnung, dass sie noch rechtzeitig vor dem Kampf ausheilt. Doch Tyson konnte nicht in den Ring steigen, und man musste den Titelkampf ins Frühjahr 1992 verschieben. Bevor der Kampf dann stattfinden konnte, wurde Tyson von einer Kandidatin der Miss Black America-Wahl der Vergewaltigung bezichtigt. Er wurde für schuldig befunden und im Frühjahr 1992 zu zehn Jahren Haft verurteilt, von denen drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Schuldspruch basierte auf Indizien und der Aussage des Opfers, die die Richter für glaubwürdiger befanden als die Aussagen des mehrfach vorbestraften Tyson sowie der Eltern des Opfers. Der Kampf Tyson-Holyfield musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, wobei Holyfield, ein überzeugter Christ, nach dem Urteil erklärte, er werde niemals gegen einen Vergewaltiger wie Tyson antreten.

Comeback nach Haftstrafe

Während Tysons Gefängnisaufenthalt machte die Schwergewichtsszene eine spürbare Veränderung durch. Die drei Weltverbände WBC, WBA und IBF, deren Gürtel Tyson Ende der achtziger Jahre allesamt in seinen Besitz brachte, führten seit Anfang 1995 wieder ihre eigenen Champions. Zudem gab es mit der 1988 gegründeten World Boxing Organization (WBO) mittlerweile einen vierten etablierten Weltverband. Diese Inflation der Weltmeistertitel hatte schon bald ein Abflauen des öffentlichen Interesses zur Folge. Ähnlich wie schon zehn Jahre zuvor erlebten dafür die mittleren Gewichtsklassen einen deutlichen Imagegewinn. Waren es damals Boxer wie Thomas Hearns oder Marvin Hagler, die für ihre Auftritte Rekordgagen kassierten, so waren nun vor allem Roy Jones Jr. und James Toney bekannter als die zu diesem Zeitpunkt amtierenden Schwergewichtsweltmeister.

Tysons Popularität war trotz seiner jahrelangen Ringabstinenz ungebrochen. Schon Wochen vor seiner geplanten Entlassung wurde er in den Medien zum Retter der Schwergewichtsszene gekürt. Boxexperten wie der ehemalige Ali-Trainer Angelo Dundee trauten Tyson durchaus zu, in der Königsklasse des Boxens eine neue Ära als uneingeschränkter Champion einzuläuten. Als Tyson schließlich am 25. März 1995 nach dreijähriger Haft wegen guter Führung aus dem Gefängnis in Plainfield im Bundesstaat Indiana entlassen wurde, waren Kamerateams aus der ganzen Welt zugegen, um dieses Ereignis live zu übertragen. Die renommierte Zeitschrift The Ring erschien zudem mit einer 108seitigen Sonderauflage.

Der Gefängnisaufenthalt hatte bei Tyson sichtbare Spuren hinterlassen. Er hatte zwanzig Kilo abgenommen, darüber hinaus war er zum Islam konvertiert und hatte sich den Namen „Abdul Aziz“ gegeben. Auch wenn dieser Name schon bald wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwand, war Tysons Umfeld bestrebt, einen grundlegenden Imagewandel des Boxers zu vollziehen, da sich so ungeahnte Möglichkeiten der Vermarktung ergaben. Viele Boxmanager, die seit seiner Haftentlassung um die Gunst Tysons buhlten, beteuerten wiederholt seinen Wandel zum „besseren Menschen“. Tyson selbst begab sich noch vor seiner ersten Pressekonferenz in Anwesenheit seiner vielen Unterstützer – unter denen auch Muhammad Ali war – in die Moschee in der Nähe des Indiana Youth Centers in Indianapolis, um dort zu beten. Auch Teile der Medien waren bemüht, den Ruf Tysons als verurteilten Vergewaltiger vergessen zu machen. So veröffentlichte die Tageszeitung „Dayton Daily News einen Artikel, in welchem fünf Geschworene des damaligen Vergewaltigungsprozesses ihre mittlerweile aufgekommenen Zweifel an Tysons Schuld äußerten.

Tyson verpflichtete schließlich wieder Don King als Manager, der seinen Schützling so schnell wie möglich wieder auf den Weltmeisterthron heben wollte. Außerdem unterschrieb Tyson im Sommer 1995 einen lukrativen Vertrag mit dem MGM Grand Hotel in Las Vegas. Dieser sah vor, dass Tyson innerhalb der nächsten drei Jahre insgesamt sechs Kämpfe bei MGM austragen solle, wodurch ihm im Gegenzug die Rekordbörse von 100 Millionen Dollar zugesichert wurde.

Am 19. August 1995 stieg Tyson – nach über vier Jahren Abwesenheit – gegen seinen Landsmann Peter McNeeley in den Ring, der trotz einer einzigen Niederlage in 37 Kämpfen als mittelmäßiger Boxer galt. Nachdem Tyson ihn nach nur 89 Sekunden KO schlug, wurde er von den Verbänden WBA und WBC wieder an die erste Position ihrer Ranglisten gesetzt. Seinen zweiten Aufbaukampf bestritt Tyson am 16. Dezember gegen Buster Mathis Jr. und gewann nach einigen boxerischen Problemen durch KO in der dritten Runde.

Zweite Regentschaft als Weltmeister


Am 16. März 1996 wurde Tyson – knapp ein Jahr nach seiner Haftentlassung – erneut Weltmeister nach Version des WBC, als er Titelträger Frank Bruno, den er bereits 1989 besiegt hatte, nach wenig Gegenwehr in der dritten Runde KO schlug. Bezeichnend für den hohen Marktwert Tysons war seine Rekordgage von 30 Millionen Dollar, womit er das Fünffache der Gage des Titelverteidigers einstrich. Andere große Schwergewichtsboxer wie Lennox Lewis oder Riddick Bowe konnten auch zu ihrer Zeit als Weltmeister von solchen Summen nur träumen.

Im September 1996 forderte Tyson den WBA-Titelträger Bruce Seldon heraus, wobei er aber seinen WM-Gürtel des WBC wieder abgeben musste. Tyson gewann auch diesen Kampf deutlich, blieb aber weiterhin den Nachweis seiner Klasse schuldig. Hatte sich schon Bruno nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Kampfmoral betraf, so kam die Vorstellung Seldons einer Arbeitsverweigerung gleich. Er ging schon in der ersten Runde zu Boden, ohne dass Tyson dabei erkennbare Treffer landen konnte. Nach rund anderthalb Minuten der ersten Runde wurde Seldon nach einem erneuten Niederschlag von Ringrichter Richard Steele aus dem Kampf genommen. Unmittelbar nach Kampfabbruch kam es zu lauten Unmutsbezeugungen seitens des Publikums, was in und vor dem Casino des MGM zu kleineren Ausschreitungen führte. Das größte Medienecho an diesem Abend fand jedoch die Nachricht, dass der Rapper Tupac Shakur, der ein enger Freund von Mike Tyson war, auf dem Weg zu dessen Siegesfeier an einer Straßenkreuzung in Las Vegas erschossen wurde.

Die Holyfield-Kämpfe

Zwei Monate später, am 9. November 1996, kam es schließlich zu dem seit Jahren geplanten Kampf gegen Evander Holyfield, wenn auch mit vertauschten Rollen. Diesmal war es Tyson, der als (WBA-)Weltmeister in den Ring stieg. Herausforderer Holyfield galt angesichts seiner ein Jahr zuvor erlittenen KO-Niederlage gegen Riddick Bowe und seiner angeblichen Herzprobleme bei den Buchmachern als krasser Außenseiter. Bei einer Umfrage des Las Vegas Review Journal setzten 47 von 48 Journalisten auf Mike Tyson.

Im Kampf selbst musste Tyson erstmals der Tatsache Tribut zollen, dass er seit seiner Haftentlassung lediglich acht Runden im Ring gestanden hatte. Holyfield, der sich weitaus fitter als allgemein angenommen präsentierte, überstand Tysons gefürchtete Hakenserien zu Beginn des Kampfes schadlos. Auch im weiteren Verlauf des Kampfes fand der Titelverteidiger kein Rezept gegen Holyfields Art zu boxen, der Tyson die meiste Zeit auf Abstand halten konnte und sämtliche Angriffe in der Nahdistanz durch Klammern abwürgte. Von Tysons früher gefürchteten Kombinationen aus Jab und Haken zu Kopf und Körper war mit fortschreitender Kampfdauer immer weniger zu sehen, da dieser sein Heil fast nur noch in Einzelschlägen suchte. Damit konnte er seinen Gegner zwar in der fünften Runde etwas in Schwierigkeiten bringen, aber spätestens nach einem Niederschlag in Runde sechs war der Weltmeister der deutlich unterlegene Mann im Ring. Holyfield, ein in vielen zwölfrundigen „Ringschlachten“ erprobter Mann, setzte Tyson weiter zu, bis dieser in der elften Runde nach schweren Wirkungstreffern vom Ringrichter stehend aus dem Kampf genommen wurde. Zur Zeit des Abbruchs lag Tyson bei allen drei Punktrichtern aussichtslos zurück.

Der Rückkampf am 28. Juni 1997 erlangte, obwohl in sportlicher Hinsicht dem ersten Duell nicht ebenbürtig, noch weitaus größere Berühmtheit. Er endete nach drei Runden mit der Disqualifikation von Tyson, als dieser seinem Gegner, nach Punkten zurückliegend, ein Stück des rechten Ohres abbiss. Nach Ansicht einiger Beobachter wollte Tyson seine Disqualifikation provozieren, da er seinem Gegner boxerisch erneut nicht gewachsen war und eine weitere sportliche Niederlage um jeden Preis vermeiden wollte. Andere sahen in der Beißattacke einen Akt der Frustration, da Tyson in der zweiten Runde einen ungeahndeten Kopfstoß von Holyfield erhielt, der bei Tyson eine schwere Platzwunde verursachte. Bereits im ersten Kampf kam es zu einem Kopfstoß von Holyfield, der ungeahndet blieb und nach Tysons Überzeugung für seine damalige Niederlage ausschlaggebend war. Die Beißattacke beschädigte Tysons Reputation in erheblichem Maße. Die führende Box-Fachzeitschrift Ring-Magazine, die den Ex-Champion lange Zeit sehr wohlwollend beurteilt hatte, übte nun starke Kritik an ihm. („Tyson has the physical makeup and terrific punch of a great fighter, but the character of a schoolyard bully. What might have been doesn't count. He does not belong in the company of immortals.“ – Tyson hat die körperlichen Voraussetzungen und die furchterregende Schlagkraft eines großen Kämpfers, aber er hat den Charakter eines Schulhof-Raufboldes. Was hätte sein können, zählt nicht. Er gehört nicht in die Gesellschaft der unsterblichen Box-Größen).

Berufsverbot und erneuter Gefängnisaufenthalt

Aufgrund seines äußerst unsportlichen Verhaltens im letzten Kampf gegen Holyfield wurde Tyson Anfang Juli auf Beschluss der Sportkommission des US-Bundesstaates Nevada die Box-Lizenz auf unbestimmte Zeit entzogen. Zudem musste er drei Millionen Dollar Strafe zahlen. Das Berufsverbot bedeutete für Tyson das vorläufige Ende seiner großen Zahltage. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Urteils kündigte das MGM-Grand Hotel den Vertrag mit Tyson auf, da dieser bis dato erst fünf der vereinbarten sechs Kämpfe im MGM absolviert hatte. Obwohl der Stichtermin erst im Juli 1998 veranschlagt war, stand schon jetzt fest, dass Tyson seine Seite des Vertrages nicht mehr erfüllen konnte, da er frühestens zu diesem Zeitpunkt erst eine neue Lizenz beantragen durfte.

Auch außerhalb des Ringes sorgte Mike Tyson weiterhin für Schlagzeilen. Im Oktober 1997 zog er sich bei einem Motorradunfall im Bundesstaat Connecticut einen Rippenbruch und eine Lungenverletzung zu, was ihm neben seiner verordneten Auszeit vom Ringgeschehen zusätzlich eine sechswöchige Trainingspause einbrachte. Im Jahr 1998 verließ Tyson schließlich seinen langjährigen Manager Don King und verklagte diesen wegen Betruges auf 100 Millionen Dollar.

Ein Jahr nach seiner verhängten Sperre beantragte Mike Tyson im Juli 1998 bei der Sport-Kontrollbehörde in New Jersey eine neue Boxlizenz. Diese Bemühungen scheiterten jedoch, nachdem bereits eine erste Befragung durch die Offiziellen nach 35 Minuten mit einer Fluch-Tirade von Tyson abgebrochen wurde. Rund zwei Wochen nach Einstellung seines Lizenzierungsverfahren von New Jersey wurde Tyson in einen leichten Autounfall verwickelt, wobei er zwei andere Männer – einer von ihnen war der Unfallgegner – tätlich angriff. Daraufhin wurde Tyson von beiden wegen Körperverletzung verklagt. Damit drohte dem ehemaligen Champion, der mittlerweile in Nevada eine Boxlizenz beantragt hatte, erneut eine Gefängnisstrafe, da er aufgrund seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung noch immer unter Bewährung stand. Nach fünftägigen Untersuchungen wurde schließlich ein ärztliches Gutachten veröffentlicht, das Tyson Depressionen und ein mangelndes Selbstwertgefühl attestierte, ihn aber dennoch für kampftauglich erklärte. Knapp eine Woche später erhielt Tyson von der Box-Kommission von Nevada mit einer 4:1-Entscheidung seine Boxlizenz zurück. Damit war für ihn vorläufig der Weg für ein neuerliches Comeback frei.

Für seine Rückkehr in den Ring wurde der Südafrikaner Francois Botha als Gegner ausgesucht, der – ähnlich wie schon Peter McNeeley, dem Gegner bei Tysons erstem Comeback – trotz einer hervorragenden Kampfhistorie nur sportliches Mittelmaß darstellte. Der Kampf, der im Januar 1999 stattfand, offenbarte bei Tyson große boxerische Mängel und bestätigte die Kritiker, die ihm schon seit geraumer Zeit die boxerische Klasse absprachen. Obwohl es Tyson gelang, seinen Gegner in der fünften Runde durch einen Volltreffer KO zu schlagen, boxte er bis dahin alles andere als überzeugend. Mehr als einmal war Tyson allem Anschein nach mit der unsauberen Kampfesweise des Südafrikaners überfordert. Schon nach dem Ende der ersten Runde drohte der Kampf zu einem neuerlichen Skandal auszuarten. Tyson, der bereits durch einen Kopfstoß seines Gegenüber schwer gezeichnet war, schien – ähnlich wie bei seinem letzten Kampf gegen Holyfield – erneut die Nerven zu verlieren. Er ignorierte das Trennkommando des Ringrichters und versuchte stattdessen, Botha den linken Arm zu brechen. Dieser versuchte, seinen Arm aus der Umklammerung zu befreien und schlug auf Tyson ein. Erst nach dem Eingreifen mehrerer Betreuer konnten beide Kontrahenten schließlich getrennt werden.

Rund einen Monat nach seinem enttäuschenden Ringauftritt musste sich Tyson wegen der Vorwürfe der Körperverletzung vom August des vorangegangenen Jahres vor Gericht verantworten. In dessen Folge wurde er am 5. Februar zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, die er im Gefängnis von Montgomery County im US-Bundesstaat Maryland antrat. Schon nach knapp vier Monaten durfte Tyson auf Anordnung des Bewährungsausschusses das Gefängnis wieder verlassen, wurde aber unter Hausarrest samt psychologischer Betreuung gestellt.

Zweites Comeback nach Haftstrafe und weitere Skandale


Rund fünf Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kämpfte Tyson am 23.Oktober 1999 gegen den ehemaligen Cruisergewichts-Weltmeister Orlin Norris, der mit 34 Jahren seinen Zenit mittlerweile überschritten hatte. Tyson präsentierte sich im Vorfeld des Kampfes augenscheinlich geläutert. Mit neuem Haarschnitt (lockig statt kurz geschoren) beteuerte er wiederholt, sein früheres Fehlverhalten zu bedauern. Aber auch dieser Kampf sorgte für Kontroversen, da Norris kurz nach dem Gong am Ende der ersten Runde von Tyson – vermutlich unabsichtlich – getroffen wurde und nicht mehr weiterboxen konnte. Das Kampfergebnis wurde daraufhin als Nicht gewertet („No Contest“) festgelegt. Viele Beobachter warfen Norris vor, seine Kampfunfähigkeit nur vorgetäuscht zu haben, um gegen Tyson zu einem weiteren Zahltag zu kommen. Die Nevada Athletic Commission behielt sich dagegen erst einmal vor, Tysons Börse von knapp 9 Millionen Dollar einzufrieren. Erst als man sich nach eingehendem Studium der Kampfaufzeichnungen von Tysons Unabsichtlichkeit überzeugte, wurde das Geld freigegeben.

Der Kampf gegen Norris war der letzte Auftritt von Tyson in Las Vegas. Seine Anziehungskraft hatte in den USA seit den Holyfield-Kämpfen deutlich nachgelassen, da er seitdem nur zwei Kämpfe bestritten hatte, in denen er sportlich nicht überzeugen konnte. Seine nächsten Auftritte bestritt Tyson daher erstmals in Europa, wo die Begeisterung für ihn ungebrochen schien. So kämpfte er Ende Januar 2000 in Manchester gegen den Briten Julius Francis, gegen den er durch technischen KO in der zweiten Runde gewann. War dieser Kampf der erste, der seit langem ohne skandalöse Begleitumstände überschattet wurde, sorgte Tyson im nächsten Kampf wieder für Schlagzeilen, als er im schottischen Glasgow seinen Landsmann Lou Savarese durch technischen KO in der ersten Runde besiegte. Dabei ignorierte Tyson wieder das Trennkommando des Ringrichters John Coyle, als dieser bereits nach einer Minute den augenscheinlich überforderten Savarese aus dem Kampf nehmen wollte. Tyson, der weiter unbeirrt auf seinen Gegner einstürmte und den sich schließlich dazwischen werfenden Schiedsrichter zu Boden schlug, konnte erst durch das Eingreifen seiner Betreuer dazu gebracht werden, von seinem Gegner abzulassen.

Auch im nächsten Kampf gegen den Polen Andrzej Gołota im Oktober 2000 fand die unendliche Geschichte von Skandalen ihre Fortsetzung. Im sogenannten „Duell der Bad Boys“ – Gołota wurde ebenfalls schon mehrfach wegen unfairen Boxens disqualifiziert – sorgte allerdings zuerst Tysons Gegner für einen Eklat. Gołota, der sich nach einem Niederschlag zu Beginn des Kampfes wieder gefangen zu haben schien, gab in der Pause vor der dritten Runde ohne ersichtlichen Grund auf und verließ fluchtartig den Ring. Erst eine ärztliche Untersuchung brachte später den Befund, dass Gołota im Kampf – vermutlich durch einen unabsichtlichen Kopfstoß von Tyson – einen gebrochenen Backenknochen und Hirnblutungen erlitten hatte. Doch auch Tyson sorgte wiederholt für Aufsehen, nachdem ihm im Anschluss an den Kampf die Einnahme von Marihuana nachgewiesen wurde und so der Abbruchsieg nachträglich noch zu einem „No Contest“ (keine Wertung) umgewandelt wurde. Schon vor dem Kampf hatte Tyson einen vorgeschriebenen Urintest verweigert, woraufhin er mit einer dreimonatigen Sperre sowie einer Geldstrafe von 5000 Dollar bestraft wurde. Gegen eine Spende von 200.000 Dollar an gemeinnützige Einrichtungen wurde die positive Dopingprobe Tysons nicht weiter verfolgt.

WM-Kampf gegen Lennox Lewis

Nach dem Sieg über Brian Nielsen durch KO in der siebten Runde im Oktober 2001 in Dänemark wurde der Vertrag für einen Kampf gegen WBC/IBF-Weltmeister Lennox Lewis unterzeichnet, der durch den Punktsieg gegen Holyfield Ende 1999 zur allgemein anerkannten Nummer eins im Schwergewicht geworden war. Das „Gipfeltreffen“ sollte in Las Vegas stattfinden; als Kampftermin wurde der 6. April festgelegt. Tyson wollte Anfang Januar noch einen Aufbaukampf gegen Ray Mercer bestreiten, was aber von Lewis und seinem Management verhindert wurde.

Am 22. Januar wurde für den Kampf eine Pressekonferenz abgehalten, die jedoch zu einem einzigen Fiasko ausartete. Lewis, der Tyson heftig kritisierte, wurde von diesem attackiert und während der dadurch ausgelösten Massenschlägerei in den Oberschenkel gebissen. Nach diesem Vorfall wurde Tyson von der Box-Kommission von Nevada die Kampflizenz entzogen. Dies hatte zur Folge, dass Las Vegas als Veranstaltungsort ausfiel und sich das geplante Aufeinandertreffen beider Superstars um einige Wochen verzögerte.

Die Begegnung fand schließlich am 8. Juni 2002 in Memphis, Tennessee statt. Durch die Vorfälle auf der Pressekonferenz sensibilisiert, wurden unmittelbar vor dem Kampf bisher nie dagewesene Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um eine erneute Eskalation zu verhindern. Dabei wurden beide Boxer samt Begleitung beim Einmarsch in die Halle nach unerlaubten Waffen durchsucht, was den Beginn des Kampfes erheblich verzögerte. Dieses schon reichlich groteske Schauspiel gipfelte schließlich darin, dass sich mitten im Ring ein Dutzend Sicherheitsleute als menschliche Mauer aufstellten, um beide Kontrahenten bis zum Gong voneinander zu trennen. Selbst das traditionelle „Shake Hands“ (Berühren der Handschuhe vor dem Kampf als Äquivalent eines Händeschüttelns) entfiel, da der Ringrichter die obligatorische Einweisung bei jedem der Boxer einzeln in der Ecke durchführte.

Der Kampf selbst erfüllte dagegen nicht die Erwartungen der Zuschauer. In der ersten Runde präsentierte sich Tyson sehr aggressiv und beweglich, doch schon ab Runde zwei begann er konditionell abzubauen. Er wirkte behäbig und einfallslos und boxte immer statischer, was Lewis gnadenlos ausnutzte. Immer öfter wurde Tyson von der harten linken Führhand seines 15 cm größeren Gegners getroffen, er selbst dagegen konnte nur noch selten durch vereinzelte Schläge Gefahr ausstrahlen. Darüber hinaus erlitt er schon in der dritten Runde über seinem rechten Auge die erste Schnittverletzung. Obwohl Tyson mit zunehmender Kampfdauer nach Punkten immer mehr ins Hintertreffen geriet, bewies er, wie schon bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit Holyfield, zumindest beeindruckende Nehmerfähigkeiten. Doch in der achten Runde musste er schließlich, zermürbt und mittlerweile aus tiefen Wunden an beiden Augen bzw. aus der Nase blutend, den vielen Treffern seines Gegners Tribut zollen und wurde nach zwei Niederschlägen ausgezählt.

Als Trostpreis für seine Niederlage kassierte Tyson für diesen WM-Kampf 17 Millionen US-Dollar, doch seine sportliche Reputation war nun endgültig ramponiert. Lennox Lewis hatte sich als bester Schwergewichtler der späten 1990er und frühen 2000er Jahre erwiesen, obgleich die Frage offen blieb, ob er auch gegen einen Mike Tyson in Bestform gewonnen hätte.

Tyson, der vor dem Kampf getönt hatte, er werde Lewis das Herz herausreißen und dessen Kinder fressen, gab sich nach dem Kampf wieder maßvoller. „Ich gratuliere Lennox, er hat tapfer gekämpft, ich ziehe meinen Hut. Alles andere, was ich davor gesagt und getan habe, habe ich gemacht, um den Kampf zu promoten“.

Nach der Niederlage gegen Lewis bestritt Tyson im Februar 2003 einen Aufbaukampf gegen Clifford Etienne, den er schon in der ersten Runde durch KO gewann. Auf die Frage, ob man weitere Kämpfe von ihm sehen werde, meinte er nur trocken, er würde nur gegen eine entsprechende Bezahlung zurückkehren; eine solche hielt er nur durch einen zweiten Kampf gegen Lewis für möglich. Dieser zeigte zwar trotz seines überzeugenden Sieges im ersten Kampf zunächst durchaus Interesse, erklärte dann jedoch nach seinem umstrittenen Abbruchsieg gegen Vitali Klitschko im Juni 2003 seinen Rücktritt. Im August desselben Jahres erklärte Tyson seinen Bankrott.

Comebackversuche

Von Geldsorgen getrieben, ließ sich Tyson im Juli 2004 auf ein neuerliches Comeback ein. Der Gegner war der bis dahin recht unbekannte Brite Danny Williams. Nachdem Tyson in den ersten drei Runden klar überlegen war, ging er in der vierten Runde nach über zwanzig Volltreffern seines Gegners zu Boden, worauf der Ringrichter den Kampf abbrach. Als Grund für Tysons Niederlage wurde eine Knieverletzung vermutet, die er sich gegen Ende der ersten Runde zuzog. Nach dem Kampf folgte eine Operation des Meniskus. Tyson bekam für den Kampf eine geschätzte Börse von acht Millionen US-Dollar, wovon der größte Teil allerdings an seine Gläubiger bzw. an seine Ex-Frau ging.

Seinen letzten Kampf als aktiver Boxer bestritt Tyson bei einem neuerlichen Comebackversuch am 11. Juni 2005. Für eine Kampfbörse von fünf Millionen US-Dollar trat er dabei gegen den als eher mittelmäßig eingeschätzten irischen Boxer Kevin McBride an. In der sechsten Runde geriet Tyson, nach Punkten führend, in Schwierigkeiten, worauf er in alte Gewohnheiten zurückfiel, indem er versuchte, seinem Kontrahenten den Arm zu brechen und ihm im Anschluss mit einem vorsätzlichen Kopfstoß eine schwere Platzwunde zufügte. Für diese grobe Unsportlichkeit wurden Tyson zwei Punkte abgezogen und für den Fall eines erneuten Fehlverhaltens die Disqualifikation angekündigt. Kurz vor Ende der Runde ging Tyson nach einem rechten Haken seines Gegners zu Boden, was aber nicht als Niederschlag gezählt wurde, da McBride durch Runterdrücken nachgeholfen hatte. Tyson musste vom Ringrichter förmlich gebeten werden, wieder aufzustehen – die Kommentatoren sahen in einer Handbewegung des erschöpft am Boden liegenden Boxers die Bitte, man möge ihm aufhelfen. Er kam nur sehr langsam wieder auf die Beine und schleppte sich in seine Ecke, wo sein Trainer Jeff Fenech beschloss, den Kampf abzubrechen. Unmittelbar darauf erklärte er seinen endgültigen Rücktritt und versprach, „den Boxsport, dem er soviel zu verdanken habe, nicht mehr durch solche Auftritte lachhaft zu machen“.

Da es Tyson trotz seiner mit dem Boxen verdienten über 300 Millionen Dollar nicht gelang, sich für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn finanziell abzusichern, wurde eine erneute Rückkehr von vielen Beobachtern zunächst nicht ausgeschlossen. Einige Fans waren sogar der Meinung, dass Tyson mit einem seriösen Management und Trainerstab sogar noch einmal Weltmeister werden könnte, da die Schwergewichtsszene nach den Abgängen von Lennox Lewis und Vitali Klitschko als eher schwach besetzt galt. Mittlerweile gilt jedoch ein Comeback von Tyson als sehr unwahrscheinlich.

2007 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt. Außerdem wurden bei ihm drei Tüten Kokain gefunden. Er musste einen Tag in Haft, bekam drei Jahre auf Bewährung und wurde zu einer Rehabilitationsmaßnahme verpflichtet.

Am 26. Mai 2009 kam Mike Tysons vierjährige Tochter Exodus bei einem Unfall ums Leben, als sie beim Spielen vom Kabel eines Laufbandes stranguliert wurde. Am 9. November desselben Jahres schlug Tyson an einem Ticketschalter im Flughafen Los Angeles einen Pressefotografen nieder und wurde vorübergehend festgenommen. Tyson gab an, gegen den aggressiven Paparazzo in Notwehr gehandelt zu haben, um seine Frau und deren Kind zu schützen. Der ins Krankenhaus eingelieferte Fotograf und der nach wenigen Stunden auf Kaution freigelassene Tyson kündigten Strafanzeigen an.

Im Jahr 2011 wurde Tyson in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Tysons Boxstil

Mike Tyson ist den meisten Box-Beobachtern aufgrund seines aggressiven Kampfstils und der beeindruckenden Härte seiner Schläge in Erinnerung geblieben, was ihm schon kurz nach Beginn seiner Profilaufbahn den Namen „Iron Mike“ einbrachte. Doch mit großer Schlagkraft allein waren seine zahlreichen vorzeitigen Siege nicht zu erklären. Auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit gegen Ende der achtziger Jahre verfügte Tyson auch über ein exzellentes Defensiv-Verhalten, was von Experten immer wieder unterschätzt wurde. Der sehr muskulöse, aber für einen Schwergewichtler eher kleine Tyson lernte unter Cus D’Amato nach dem Grundsatz „Defence first“ zu boxen, wonach die wichtigste Regel ist, vom Gegner nicht getroffen zu werden. Grundlage dafür war die ausgeprägte Beweglichkeit Tysons im Rumpfbereich.

So konnte er die Reichweitennachteile gegenüber seinen durchweg größeren Kontrahenten ausgleichen, indem er durch stetiges Pendeln seines Oberkörpers deren Schlägen auswich, um anschließend unter deren Fäusten förmlich „hindurchzutauchen“ (siehe z.B. Tyson vs. Reggie Gross). Aufgrund seiner relativ kurzen Arme besaß Tyson dann wiederum gegenüber seinen Gegnern große Vorteile in der Nahdistanz, wo er beim Schlagabtausch eine für einen Schwergewichtler ungewöhnlich hohe Schlagfrequenz erreichen konnte. Durch die Pendelbewegungen gelang es ihm außerdem, möglichst viel Gewicht des Oberkörpers in seine Schläge zu legen.

Letztlich war Tyson dadurch in der Lage, blitzschnelle Serien von wuchtigen Jabs und Haken am Gegner zu platzieren. Dieser Boxstil erinnerte entfernt an frühere Champions wie Jack Dempsey, Rocky Marciano und Joe Frazier und wurde von D’Amato selbst erfunden und auf den Namen „Peek-a-boo“ getauft. Doch niemand von ihnen agierte mit solch einer Dynamik wie Tyson, der bei seinen Kämpfen die Angriffe mit noch nie gezeigter Wucht und Explosivität vortrug und damit mehr als einmal seinen Gegner förmlich überrannte.

Diese waren dementsprechend dazu gefordert, Tyson durch stetige Arbeit mit der Führhand auf Distanz zu halten. Doch durch dessen Pendelbewegungen mit dem Oberkörper schien es in der Regel unmöglich, diese Taktik auf Dauer durchzuhalten und eigene Treffer anzubringen – geschweige denn Wirkungstreffer zu landen. Die meisten verzweifelten schließlich an dieser Art zu boxen, da sie immer stärker abbauten.

Bei den Erfolgen von Mike Tyson spielte auch die psychologische Komponente eine große Rolle. Seit Beginn seiner Profikarriere wurde bei Tyson das Image als „Bad Boy“ gepflegt, der seine Gegner nicht nur besiegte, sondern regelrecht zerstörte. Um seine vermeintliche Gefährlichkeit zu unterstreichen, lief Tyson – auf Idee seiner ersten Manager Jacobs und Clayton – nur mit einer schwarzen Hose und Kampfschuhen bekleidet (kein Hemd, keine Socken) in den Ring ein, was an einen Gladiator erinnern sollte. Dieses Auftreten schien bei nicht wenigen seiner Gegner einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So gab es nach Ansicht vieler Beobachter bei einigen Kämpfen Tysons das Phänomen, dass sich die Kontrahenten schon vor dem ersten Gong mit ihrer Niederlage abgefunden hatten und somit nicht in der Lage waren, ihr wahres Potential abzurufen (z. B. M. Spinks, B. Seldon). Die daraus resultierenden „Blitzsiege“ Tysons verstärkten wiederum dessen Mythos der Unbesiegbarkeit. Selbst als „Iron Mike“ – mittlerweile selbst schon einmal durch KO besiegt – nach seinem mehrjährigen Gefängnisaufenthalt merklich an Explosivität eingebüßt hatte, war bei einigen seiner Gegner der Glaube an seine Urgewalt so tief verwurzelt, dass nur ein Jahr nach seinem Comeback zwei der drei großen WM-Gürtel wieder in seinem Besitz waren. Erst mit Evander Holyfield kam ein Boxer, der von Tysons Ausstrahlung vermeintlich unbeeindruckt blieb und vorher unbekannte boxerische und konditionelle Schwächen beim Champion aufdeckte.

Zusammenfassung


Aufgrund seiner Defensiv- und Offensivstärke sowie der Tatsache, mit 20 Jahren jüngster Weltmeister der Geschichte im Schwergewicht geworden zu sein, sahen viele in ihm den kommenden größten Boxer aller Zeiten. Doch D’Amatos Tod (der Verlust der Vaterfigur und der einzigen Person, die Tyson unter Kontrolle hatte), private Probleme (angefangen bei seiner ersten Ehefrau Robin Givens), der Wechsel zu Boxpromoter Don King und die daraus resultierende Entlassung seines Trainers Kevin Rooney sowie seine Undiszipliniertheiten innerhalb und außerhalb des Rings standen dem immer entgegen. Nach der Entlassung Rooneys entwickelte Tyson seinen Stil nicht weiter, ließ ihn verkümmern: Er vernachlässigte seine Defensivarbeit, arbeitete weniger mit der Führhand und brachte immer seltener seine Kombinationen; stattdessen versuchte er fast nur noch, mit einem einzelnen Schlag zum KO zu kommen. Er wurde behäbig, trainierte nicht mit letzter Konsequenz, unterschätzte seine Gegner und überschätzte sich selbst. Ferner ist Tysons Karriere wohl ein trauriges Beispiel für falsche Freunde, Berater und Missmanagement: Der von den Einkünften her reichste Sportler der Welt ist pleite und hat Schulden in Millionenhöhe. Im Jahre 2005, noch vor seinem letzten Kampf, meinte er in einem Interview, sein ganzes Leben sei eine Verschwendung gewesen.

Erfolge

  • Profibilanz: 50 Siege - 6 Niederlagen - 2 ohne Wertung
  • 44 Siege durch K.o., davon 22 in der 1. Runde
  • 22. November 1986: WBC-Weltmeister (9 Titelverteidigungen)
  • 7. März 1987: WBA-Weltmeister (8 Titelverteidigungen)
  • 1. August 1987: IBF-Weltmeister (6 Titelverteidigungen)
  • 16. März 1996: WBC-Weltmeister
  • 7. September 1996: WBA-Weltmeister
  • 30. Januar 2012: WWE Hall of Fame Class of 2012
  • Platz 4 der meisten Titelverteidigungen der WBC im Schwergewicht (nach Lennox Lewis, Larry Holmes und Muhammad Ali)
  • Platz 2 der meisten Titelverteidigungen der WBA im Schwergewicht (nach Muhammad Ali)
  • Platz 2 der meisten Titelverteidigungen der IBF im Schwergewicht (nach Wladimir Klitschko)

Liste der Profikämpfe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Tyson#....C3.A4mpfe

Sonstiges


2007 hatte Tyson einen Gastauftritt in dem Bollywoodfilm Fool N Final, wo er im Abspann zu sehen ist. 2009 spielte Tyson in der Filmkomödie Hangover sich selbst. Da der Film ein internationaler Erfolg wurde, übernahm er auch in Hangover 2 wieder eine kleine lustige Rolle. Seit 2009 widmet sich Tyson in Hoboken, New Jersey der Brieftaubenzucht. 2011 lief auf dem Fernsehsender DMAX eine Reportage über Tyson und seine Tauben, Mike Tyson – Entscheidung am Himmel. Tyson lebt aus sowohl ethischen als auch gesundheitlichen Gründen vegan. 2009 entschuldigte sich Tyson in der amerikanischen Oprah Winfrey Show offiziell bei Holyfield für seine vergangene Beißattacke.

[Bild: 200px-Mike_Tyson_2011.jpg]

Daten
  • Geburtsname: Michael Gerard Tyson
    Kampfname: Iron Mike / Kid Dynamite
    Gewichtsklasse: Schwergewicht
    Nationalität: US-Amerikanisch
    Geburtstag: 30. Juni 1966
    Geburtsort: Brooklyn, New York City
    Stil: Linksauslage
    Größe: ca. 1,80 m

Kampfstatistik
  • 58 Kämpfe
    50 Siege
    44 K.-o.-Siege
    6 Niederlagen
    2 x Keine Wertung

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Tyson

Liebe Grüße,
Karin

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16.07.2012, 17:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2014 19:03 von Karin.)
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